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Kunstvolle Gewächse ©  03.14 / mb

Labsal in trostlosen Weiten / 2014

Brache
Kleinfolgenreich, eine verwurzelte Insel in den trostlosen Weiten moderner Landwirtschaft.
Im Sonnenuntergang schimmern die Paneele über Massen gemästeter Schweine. Die Dämmerung
wird pünktlich von den Positionslichter der Windflügel verblitzt.
Furche um Furche hat sich der landhungrige Bauer an die blaue Wippe im Herzen der zerstreuten Gemeinschaft heran gepflügt. Dort steht auch das in der Wende unvollendet gebliebene Klubhaus in sozialistischer Bescheidenheit. Ringsum nahm die Natur auf den nach und nach sich selbst überlassenen Beeten ihren Lauf. In den letzten beiden tadellos gepflegten Parzellen der Gartensparte wippen Astern noch farbenfroh.

Gemeinschaft
Seit dem Herbst weht in Kleinfolgenreich ein neuer Wind.
Eine rücksichtsvolle Umgestaltung zu Mustergärten eines nachhaltigen Zusammenlebens von Pflanzen, Tieren und Menschen steht uns im Sinn. Über den Wolken reflektiert die Webseite als elektrisches Spiegelbild unsere Wünsche, Hoffnungen und Taten.
In beiden Welten begrüßen wir Menschen aus unterschiedlichsten Kreisen und glauben fest daran,
daß Urteilsvermögen, Zuversicht und Schaffenskraft in dieser Verbindung wachsen.

Aus dem Antrag auf Gewährung einer Projekt-Zuwendung im Dezember 2012 der
KUNSTSTIFTUNG DES LANDES SACHSEN-ANHALT 

Schuttberg & Altar ©   04.14 / mb

Umgesetzter Apfelbaum & Hinterlassenschaften ©   04.14 / mb

Garten des Nachbarn

Garten der Immen ©  04.14 / mb

Komposttoilette für Kleinfolgenreich / 08.13 / ct

Einführung und Motivation

Ein wichtiger Bestandteil eines Freiwilligen Ökologischen Jahres ist es, dass man sich selbständig ein ökologisches Projekt überlegt, konzipiert und dann durchführt.

Ich habe mich entschieden, eine Komposttoilette für das anlaufende Gemeinschaftsgartenprojekt Kleinfolgenreich zu bauen. Ein Zimmermann aus dem Ort wird mir dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Diese Art von Trockentoilette habe ich erst in Schortewitz kennengelernt. Natürlich ist es zunächst erst einmal ungewohnt, dass man, um sich zu erleichtern, nicht das Bad im Haus, sondern ein kleines, erhöhtes Klohäuschen auf dem Hof aufsucht. Doch alles eine Frage der Gewohnheit. Und wenn man sich bewusst macht, dass wir pro Spülvorgang mindestens 3 Liter Trinkwasser das Klo herunter spülen, dann macht es das noch einmal gleich viel einfacher.
Fast ein Drittel unseres täglichen Wasserverbrauchs im Haushalt verwenden wir für die Toilettenspülung. Diese etwa 40 Liter Wasser kann man pro Tag einsparen, wenn man auf eine Trockentoilette umstellt. Der große Vorteil einer Komposttoilette liegt aber zudem auch darin, dass unsere Exkremente wie die der Tiere wieder in den natürlichen Kreislauf einfließen und nicht gesondert entsorgt werden bzw. geklärt werden müssen, was zusätzlich einen hohen Energieaufwand bedeutet. So sammelt man die menschlichen Ausscheidungen in einem großen Behälter und bestreut den Kot nach jedem Toilettenbesuch mit Säge-/Hobelspäne, Staudenmulch und duftenden Kräutern. Wenn man den Urin trennt bzw. gesondert abfließen lässt, ist eine Entleerung desselben nicht so schnell notwendig. Hier in Schortewitz wird bei einem 2-Personenhaushalt einmal im Jahr der Fäkalienbehälter geleert. Verfährt man anders, ist eine Entleerung häufiger vonnöten, da der Urin etwa 80 % unserer Ausscheidungen ausmacht und sich so das Becken schneller füllen würde. Außerdem ist mit starker Geruchsbelästigung zu rechnen.
Die Fäkalien werden im Behälter gesammelt, dann an einem anderen Ort für zwei Jahre kompostiert und dabei mit grünem Kompost (Küchen- und Gartenabfälle) vermengt. Nach dieser Zeit kann das Ergebnis wieder als Kompost-Dünger auf Beete ausgebracht werden. Durch spezielle Abzugsrohre in vertikaler als auch horizontaler Ausrichtung wird die Feuchtigkeit und damit der unangenehme Geruch abgeleitet und so die Nase des Benutzenden nicht unnütz belästigt. Zur besseren Trocknung der Fäkalien trägt auch eine Schräge bei, die dazu führt, dass sich nicht nur alles übereinander anhäuft, sondern, dass das Eingetrocknete nach hinten abrutscht.
Der Bau solch einer Trockentrenntoilette (TTC) macht zwar zunächst einmal etwas mehr Aufwand, überzeugt aber durch sein nachhaltiges Preis-Leistungs-Verhältnis, da neben der Wasserersparnis auch keine Wasser-/Abwasserleitung notwendig ist.
Der Umwelt zuliebe und aufgrund fehlender Abwasseranschlüsse soll es deshalb auch in Kleinfolgenreich so ein Örtchen geben. Gäste unseres Gartens können durch die Benutzung desselben an die Thematik herangeführt werden und sich selbst ein Bild von einer Trockentrenntoilette machen. Um das Bewusstsein der Benutzer_innen zu schärfen, wollen wir die Innenwände des stillen Örtchens mit Hinweisen zur Nachhaltigkeit eines TTC bzw. zu unserem Wasserverbrauch versehen.

Funktionsweise einer Komposttoilette

Einer Komposttoilette liegt der Gedanke des biologischen Kreislaufs zugrunde. Das, was wir für unsere Ernährung brauchen, wächst und gedeiht auf großen Feldern beziehungsweise bedarf es großflächiger Weiden für Vieh, dessen Milch wir später verarbeiten oder dessen Fleisch wir essen. Diese hohe Beanspruchung (v.a. bei Monokulturen) entzieht dem Boden viele wichtige Nährstoffe. Hier geht es darum, den Kreis wieder zu schließen und die Feststoffe, die wir ausscheiden, kompostiert der Natur wieder zur Verfügung zu stellen.
Damit aber nicht ein faulender, stinkender toter Kothaufen wie beim Plumpsklo entsteht, gibt es einiges zu bedenken:
Im besten Fall sollte eine Trennung von Kot und Urin stattfinden oder ein Weg gefunden werden, den Urin schnellstmöglich abzuleiten. Für die Zersetzung des Materials sind winzige Mikroorganismen zuständig. Um ihnen eine geeignete Lebensgrundlage zu bieten, bedarf es bei einer aeroben Verrottung der ständigen Luftzufuhr, die durch Abzugsrohre gegeben ist. Dabei werden zudem aufgrund des Unterdrucks schlechte Gerüche abgesaugt. Da man nach jedem Toilettengang großzügig grobes zellulosehaltiges Material wie Rindenschrot, Hobelspäne oder Stroh über das Häufchen streut, ergibt sich eine feuchte, jedoch nicht nasse Atmosphäre im Fäkalienhaufen. Dass die Mikroorganismen ordentlich arbeiten und eine Zersetzung stattfindet, merkt man auch daran, dass bei der Umsetzung Energie in Form von Wärme freigesetzt wird. Um diesen Zustand zu befördern, kann man auch an die Südseite des Klohäuschens ein Fenster (am besten schwarz-angemalte Glasscheibe) anbringen, damit die Sonne ihren Beitrag leistet und der Haufen im Winter nicht zu sehr herunter kühlt.
Das Gute ist, dass ab 60 Grad Celsius Temperatur im Haufen Spulwürmer und deren Eier abgetötet werden.

Über eine Baugenehmigung muss man je nach Kommune verhandeln. Wenn kein Abwasseranschluss besteht, ist es im Normalfall einfacher, eine Genehmigung zu bekommen.
Kritisch ist anzumerken, dass mit unseren Fäkalien auch Stoffe ausgeschieden werden, die unser Körper nicht verarbeiten kann und der Natur schaden können. Medikamentenrückstände (von Antibiotika bis Anti-Baby-Pille) und Schwermetalle können so auf die Beete und damit ins Grundwasser gelangen. Doch über die Kanalisation und wenn Klärschlamm auf Felder ausgebracht wird, ist das ja leider auch nicht anders.

Der Inhalt des Komposttoilettenauffangbehälters wird nach Bedarf geleert und zusammen mit Gartenkompost aufgehäuft. Innerhalb von zwei Jahren wird dieser Kompost immer wieder umgesetzt, bis die Erde mit hohem Humusanteil wieder als Komopst-Dünger verwertet werden kann.

Bauanleitung der Komposttoilette für Kleinfolgenreich

Das Besondere unserer Komposttoilette besteht vor allem darin, dass wir fast ausschließlich gebrauchtes Material verwendet haben. Von einer Plastikregentonne mit einem Fassungsvermögen von ca. 300 Litern haben wir den Deckel abgenommen und in den Boden mit einem Bohrer gleichmäßig verteilte Löcher mit einem Durchmesser von 1 cm gebohrt. Den Toilettensitz hat uns Gerhard Springer, der ortsansässige Zimmermann, angefertigt. Dazu hat er Holzreste von Pappel und Kiefer zusammengeleimt und auf ein Format von 82x82 cm zurechtgeschnitten. Im vorderen Bereich hat er das Fallloch mit einem Durchmesser von 28cm ausgesägt und dazu einen runden Deckel mit Knauf angefertigt. An der unteren Seite des Sitzes hat er zwei Längsstreben angebracht, sodass die Holzsitzfläche genau auf der Tonne aufliegt und von den Streben seitlich eingerahmt wird. Die Sitzfläche haben wir schließlich geschliffen und mit einer regenfesten Holzlasur versehen.
Dann haben wir an geeigneter Stelle ein etwa 60-70cm tiefes Loch ausgehoben, welches zunächst breiter verläuft und ab 35 cm Tiefe zu einem schmaleren Schacht wird. Auf beide Seiten wurden nun auf der Höhe von 35cm Steinplatten gelegt und der tiefe Schacht mit Mulch und Hobel-/Sägespäne gefüllt. Auf die Steinplatten stellten wir anschließend die Regentonne. Sie sollte für eine angenehme Sitzhöhe nicht über 50cm über den Boden hinausragen. Als Holzverkleidung der Tonne dienten uns Europaletten, im Idealfall für alle 4 Seiten. Wir haben für den Sitzkasten nur für 2 Seiten Europaletten verwendet und an die anderen beiden Seiten zugesägte Holzbretter angeschraubt. Daraufhin haben wir mit grobem Mulch die Zwischenräume zwischen Tonne und Holzkasten ausgefüllt (Isolierung). Idealerweise dient ein etwa 2m langes Rohr zum Luftabzug aus der Tonne hinaus ins Freie. Dafür bohrt man ein entsprechend großes Loch in den hinteren Teil des Toilettensitzes. Da die Toilette bisher aber selten in Benutzung ist, haben wir zunächst darauf verzichtet.

Form und Gestalten / 05.13 / kl

Die Gärten in Kleinfolgenreich wachsen mit und durch Geschichten des Daseins, gewinnen ihre Form durch Zuwendung und Aufwendung. Noch sind nicht alle Pflanzen der Jägerschaft in der Erde, da findet aus einem insektenfreundlichen Garten in Köthen eine große Ladung Salomonsiegel den Weg ins Kleinfolgenreich. Wir haben gesagt bekommen, dass man sich für geschenkte Pflanzen nicht bedanken darf, sonst wachsen sie nicht gut. Aber wir dürfen sagen, dass wir uns und die Insekten sich sehr über die weißen, nektarspendenden Blütenglöckchen freuen.
Während Max mit tatkräftiger Hilfe zwei Bauwagen aus Dessau nach Schortewitz transportiert, finden Katrin und Susanne, die am Wochenende mit ihren Söhnen helfender Gast in Kleinfolgenreich ist, gute Schattenplätze für die neuen Nektarpflanzen. Von der Komposttoilette aus wird man künftig von Mai bis Juni die Blütenbesuche vor allem von langrüsseligen Hummeln beobachten können. Auch im Garten der Stille darf der Weißwurz sich nun unter zwei Tannenbäumen ausbreiten. Damit wir die frisch geerdeten Pflanzen ausreichend begießen können, sorgen die Kinder an der Brunnenpumpe mit vereinten Kräften für das notwendige Wasser. Ansonsten spielen Rosa, Jon und Carl mit Schnecken, von denen sie einige zum Superstar ernennen. Sie bauen ihnen eine Pension und einen Kletterpark. 
Gegen Mittag treffen die Männer mit dem ersten Wagen ein. Er wird mit vielen Pferdestärken auf einer bereits vorhandenen Tranktorspur durch das Kleinfolgenreich umgebende Getreidefeld sicher auf seinen Standplatz gebracht. Diesen hatte Katrin tags zuvor mit ihrer neuen Sense vorbereitet. Eine Narzissenreihe ließ sie zur Augenweide an ihrem Platz. Am nächsten Tag dann große Verwunderung, die Narzissen sind weg. Wir finden sie am Abend bei einem Rundgang auf dem benachbarten Friedhof, nun schmücken sie ein Grab. Allerdings werden sie in der Vase nicht so lange blühen wie auf der Wiese.
Der zweite Wagen trifft am frühen Nachmittag in Kleinfolgenreich ein und wird von den Kindern sogleich als Klassenzimmer eingerichtet. Die beachtliche Länge des Wagens und einige mitgelieferte alte Schultische und Stühle legen dies nahe. Ein spätes Mittagessen mit Nudeln, Grillkäse und frischen Knoblauchsprossen sowie Rhabarberschokokuchen als Nachspeise stärkt uns und rundet diese Aktion ab. Am Abend widmet sich Susanne der Innenreinigung eines Bauwagens, der bereits vor einigen Wochen dank der Hilfe von Oli Springer seinen Weg nach Schortewitz fand und vorläufig am Asternrain abgestellt ist. Dort wartet er auf seinen Ausbau. Die beiden Wagen in Kleinfolgenreich bleiben vorerst wie sie sind. Sie werden bei künftigen Arbeitseinsätzen als Unterkünfte dienen können.

Wir danken allen Helfern für das Mittun beim Transport der Wagen. Susanne, Jon und Carl Heinritz aus Berlin vielen Dank für die Hilfe in und um Kleinfolgenreich.

1. Mai 2013 - Kinder & Arbeit / kl

Der Tag der Arbeit zeigt sich am Morgen windig und zart grau. Doch die Tagestemperatur passt gut zur geplanten Pflanzaktion in Kleinfolgenreich, nicht zu warm und nicht zu kalt. Beinahe die Hälfte des Pflanzgutes der Jägerschaft ist noch in die Erde zu bringen. Zum Feiertag haben sich dankenswerterweise Helfer angekündigt. Um die Mittagsstunde kommen Freunde aus Halle und Lavin (ein Dorf im Engadin in der Schweiz), wir stärken uns im Garten am Lehmhaus mit heißer Suppe und Hirsebratlingen bevor wir gemeinsam ins Kleinfolgenreich ziehen.

Unsere Aufgaben für diesen Tag sind klar: Pflanzlöcher graben, Bäume und Sträucher pflanzen, mulchen, Wasser aus dem Brunnen pumpen, gießen, Bäume pfählen. Wir finden alle eine Aufgabe, die zu uns passt. Die Kinder ereifern sich erst einmal am Bau einer Pyramide aus ihren Körpern und lachen jedes Mal lauthals wenn sie zusammenbricht und alle übereinanderpurzeln. Später haben sie größte Freude daran, sich mit vereinter Kraft am Wasserpumpenschwengel zu schaffen, selbst die vierjährigen Mädels Anouk und Lore helfen mit. Am Ende des Tages werden wir etwa 500 Liter Wasser aus dem Brunnen gepumpt und den Pflanzen gebracht haben.
Kolja, Jason und Peer finden in der Gerätekammer eine alte Sense, versuchen sich im Umgang damit und bringen an einigen Stellen etwas Gras zu Fall. Später kommt Martin aus Schortewitz dazu und alle Kinder verkrümeln sich in einer selbstgebauten Buschbude. In ihrem grünen Versteck schaffen sie es, aus kleinen gesammelten trocknen Stöckchen ein Feuerchen zu entfachen (nachdem sie von Max die Erlaubnis erhalten hatten) und kochen zwei Kostproben Nudeln. Diese werden selbstverständlich gerecht geteilt.
Wir "Großen" staunen nicht schlecht über die Eintracht der 4 bis 11 jährigen und sind uns einig: So sehen glückliche Kinder aus. Sonja serviert zur Stärkung Birnenkuchen, eine Spezialität aus dem Engadin und Zitronenmellissetee mit Honig. Am Ende des Feiertages sind alle erfüllt von diesen schönen Stunden im Refugium Kleinfolgenreich und es fällt schwer sich zu trennen.

Wir danken Sonja Heinrich, Stefan Horender, Doro Arenhövel und Alex Lieb sowie
Noelle, Jason, Peer, Anouk, Kolja, Lore und Rosa.

Erdschwere Lebensraumverbesserung / 04.13 / kl

Wir haben Glück. Die Jägerschaft bietet uns das Pflanzgut* einer lang geplanten Begrünung des Schortewitzer Fuhne-Ufers an. Da es aufgrund eines europäischen Förderprogramms inzwischen Pläne gibt, die Fuhne in naher Zukunft zu mäandern, hat diese Pflanzung an der geplanten Stelle keine Zukunft. Die notwendigen Renaturierungsarbeiten werden mit schwerer Technik ausgeführt, wobei das wertvolle Pflanzgut Schaden nehmen würde.
Die ausgelieferten Pflanzen passen gut zu unserem Vorhaben, Kleinfolgenreich als Refugium für heimische Tiere aufzuforsten.
Dankenswerterweise steht die Landeskirche Dessau als Flächeneigentümer von Kleinfolgenreich der Pflanzung zur Lebensraumverbesserung unserer heimischen Tier und Pflanzenwelt positiv gegenüber.

Also setzen wir für Samstag gemeinsam mit der Jägerschaft eine Pflanzaktion an, doch das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Am Feitagabend setzt Regen ein. Als es auch am frühen Samstagmorgen keine Aussicht auf Besserung gibt, blasen wir die Aktion ab und planen den von Jäger Thomas Krüssel bereits angerichteten Wildschweinschmaus, verbunden mit einer symbolischen Baumpflanzung für Sonntagmittag. Wir trotzen am Samstag dann doch dem nasskalten Wetter und bereiten mit erdschweren Schuhen die Pflanzlöcher vor.

Mit Spaten bewaffnet taucht am sonnigen Sonntagvormittag die Jägerschaft auf, bereit zu mehr als einer symbolischen Baumpflanzung. Nach einer kurzen Einführung durch die Jägerin Antje Springer-Böhm und einigen Sätzen von Max zu Kleinfolgenreich legen wir gemeinsam los. Wir pflanzen unter anderem Eichen, Linden, Schlehen, Weißdorn, Brombeeren, Haselnuss und Pfaffenhütchen mulchen, pfählen und gießen. Mit einem gemeinsamen Mittagessen auf der kleinen Festwiese vor dem Klubhaus in Kleinfolgenreich klingt die gelungene tatkräftige Aktion begleitet von regem Gedankenaustausch und dem Summen der Bienen aus.

* Das Pflanzgut wurde über den Landesjagdverband Sachsen-Anhalt aus Rücklaufmitteln der Jagdbeiträge zur Verfügung gestellt. Die Jägerschaft ist stolz auf die biotopverbessernde langgeplante Maßnahme im Revier Schortewitz.

Wir danken Antje-Springer-Böhm, Roland Böhm, Regina & Thomas Krüssel, Helmut Müller, Cristopher Müller, André Springer und Günter Springer.

Komposttoilette / 03.13 / ct

Bauanleitung

Das Besondere unserer Komposttoilette besteht vor allem darin, dass wir fast ausschließlich gebrauchtes Material verwendet haben.

Von einer Plastikregentonne mit einem Fassungsvermögen von ca.300 Litern haben wir den Deckel abgenommen und in den Boden mit einem Bohrer gleichmäßig verteilte Löcher mit einem Durchmesser von 1cm gebohrt.

Den Toilettensitz hat uns Gerhard Springer, der ortsansässige Zimmermann, angefertigt. Dazu hat er Holzreste von Pappel und Kiefer zusammengeleimt und auf ein Format von 82x82 cm zurechtgeschnitten. Im vorderen Bereich hat er das Fallloch mit einem Durchmesser von 28cm ausgesägt und dazu einen runden Deckel mit Knauf angefertigt. An der unteren Seite des Sitzes hat er zwei Längsstreben angebracht, sodass die Holzsitzfläche genau auf der Tonne aufliegt und von den Streben seitlich eingerahmt wird. Die Sitzfläche haben wir schließlich geschliffen und mit einer regenfesten Holzlasur versehen.

Dann haben wir an geeigneter Stelle ein etwa 60-70cm tiefes Loch ausgehoben, welches zunächst breiter verläuft und ab 35 cm Tiefe zu einem schmaleren Schacht wird. Auf beide Seiten wurden nun auf der Höhe von 35cm Steinplatten gelegt und der tiefe Schacht mit Mulch und Hobel-/Sägespäne gefüllt. Auf die Steinplatten stellten wir anschließend die Regentonne. Sie sollte für eine angenehme Sitzhöhe nicht über 50cm über den Boden hinausragen. Als Holzverkleidung der Tonne dienten uns Europaletten, im Idealfall für alle 4 Seiten. Wir haben für den Sitzkasten nur für 2 Seiten Europaletten verwendet und an die anderen beiden Seiten zugesägte Holzbretter angeschraubt. Daraufhin haben wir mit grobem Mulch die Zwischenräume zwischen Tonne und Holzkasten ausgefüllt (Isolierung). Zum Luftabzug befestigten wir ein etwa 2m langes Rohr über der Regentonne. Dafür bohrten wir ein entsprechend großes Loch in den hinteren Teil des Toilettensitzes.

An den vier Ecken des Kastens schlugen wir je eine Einschlagbodenhülse in die Erde. Dann suchten wir uns vier gleich große faustdicke Äste, die wir in die Hülsen steckten. Mit Draht und z.T. unter Verwendung geeigneter Astgabeln montierten wir 2 weitere kürzere Äste vorne und hinten quer zu den Eckstangen, wobei der vordere Ast höher angebracht wird als der hintere, um das Dach abzuschrägen. Daraufhin nahmen wir noch zwei lange Äste zur Hand, die wir an den Eckstangen seitlich auf Dachhöhe befestigten. Darauf legten wir nun die Wellplastik als Dach, die wiederum mit Draht an den länglichen Streben montiert wird. Das Dach sollte auf jeden Fall vorn ein wenig überstehen, bestenfalls auch hinten, um dort benötigte Toilettenutensilien unterzustellen. Die beiden Seitenwände und die Rückwand bedeckten wir mit alten Bambusjalousien bzw. klemmten kleinere Äste und Reisig zwischen die Eckstangen, die ggf. mit Draht befestigt wurden. Nach vorn kann der Blick frei bleiben oder eine Gardine als Sichtschutz angehängt werden.

Funktionsweise

Diese Komposttoilette basiert auf dem Prinzip der aeroben Verrottung. Der Urin tropft durch die Löcher im Boden der Tonne und versickert durch den Mulch verzögert in den Boden. Die festen Exkremente werden in der Tonne gesammelt. Vor Erstbenutzung ist der Boden der Tonne mit reichlich Mulch und Späne zu befüllen (etwa 10cm Höhe). Nach jedem Toilettengang zwei Hände voll vom Mulch-Späne-Gemisch nachgeben. Die Zersetzung durch Mikroorgansimen beginnt bereits im Behälter, sofern das Klima in der Tonne ausreichend feucht und warm ist. Der Luftabzug verhilft dazu, dass unangenehme Gerüche gleich abgeleitet werden. Die Luftzirkulation ist bei diesem Modell nicht optimal, aber genügt hoffentlich für den Kompostierprozess.

Wenn die Tonne voll ist, nimmt man den Toilettensitz ab, hebt die Tonne aus dem Boden und entleert sie auf einem Komposthaufen. Diese Komposterde vermengt man später noch mit grünem Kompost (Küchen- und Gartenabfälle). Nach etwa zwei Jahren mit mehrmaligem Umsetzen des Komposthaufens kann man die Erde dann auf Blumenbeete ausbringen. Nach diesem Zeitraum dürften sich auch die letzten Krankheitserreger im Kot verflüchtigt haben. Der Kreislauf ist wieder geschlossen und das, was wir von der Erde genommen haben, führen wir auf diesem Wege wieder zurück.

Der Spaten ruft, der Besen winkt / 10.12 / ct

Am Sonnabend, den 27. Oktober 2012 rufen wir in Kleinfolgenreich zu einem Arbeitseinsatz auf, dem einige Freunde aus Nah und Fern folgen. Wir widmen uns dem Areal des geplanten Bienengartens und graben stundenlang einen Streifen um, was bei den niedrigen Temperaturen von innen heraus angenehm warm hält. Dieser wird später mit Blumenstauden und Beerensträuchern bepflanzt und natürlich gemulcht, um dem ohne Unterlass expandierenden Unkraut namens Quecke Einhalt zu gebieten.

Zur Mittagsmahlzeit verwöhnt uns die Himmel & Erde Küche mit guter Kost wie Rote-Bete-Spaghetti zu erntefrischen Kartoffeln und knusprigen Roggenspelzen.

Während die Frauen am Nachmittag das Klubhäuschen auf Vordermann bringen, wobei sie die alte Deckenverkleidung und Tapetenreste aus dem Innenraum entfernen, gehen die Männer das auf dem Grundstück herumliegende Konglomerat verschiedenster Altmaterialien an, und sortieren Eisen, Plastik und Bauschutt. Aus Letzterem kann nach und nach ein Monte Klamott, also ein künstlich angelegter Hügel, am Ort der Stille aufgeschichtet werden. Währenddessen bauen die Kinder Buden und reparieren enthusiastisch die Reste eines alten Kinderwagens, einem Fundstück aus Kleinfolgenreich.

Trotz der rauhen Witterung verbringen wir einige arbeitssame und fröhliche Stunden und hoffen, dass dieser erste gemeinsame Schritt reich an kleinen Folgen sein wird.

Immenhoch

Was braucht unser Bien eigentlich für Nahrung?

Immenallee

Herzlichen Dank liebe Baum-Paten!

Immenhort

Sabine & Thomas

Immenbar

In der Morgensonne

ZooImmen

Tausendfacher Tierbestand im Zoo Halle

Termine

Immenhort-Kurse 2019

Weggefährten

André Springer *73

Kleinfolgenreich

Vollkommene Körbe & Rinder

Gärten

Labsal in trostlosen Weiten / 2014

fuss