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Schweine im Hochhaus und anderswo / kl 16.3.15

Am kühlen Sonntag waren ca. 380 Menschen in den kleinen Ort im südlichen Anhalt gekommen, um gegen die unwürdigen Zustände im Schweinezuchtbetrieb zu protestieren. Sie kamen aus Halle, Leipzig, Berlin, Bernburg, Dessau, dem Saalkreis sowie aus umliegenden Dörfern und waren dem Aufruf des Tierschutzbüros und der Albert Schweizer Stiftung gefolgt. Vorangegangen war eine heimlich gedrehte Filmdokumentation des Tierschutzbüros, sowie eine offizielle Dreharbeit des Jenke Experimentes von RTL, welche die tierquälerischen Zustände auf den 6 Etagen des sogenannten Schweinehochhauses öffentlich machten. Doch machen wir uns nichts vor, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es in anderen Schweinezucht- oder Mastbetrieben ähnlich aussieht.

In Massdorf macht es die Öffentlichkeit desalb so betroffen, weil allein schon das Gemäuer aus den 60er Jahren einen abstoßenden Eindruck hinterlässt. Kaum einer der dieses Gebäude sah, ahnte, dass sich darin noch etwas abspielte. Moderne Tierfabriken machen äußerlich einen gepflegten und sauberen Eindruck, im Inneren leiden die Tiere aber ebenso wie in Massdorf. Kein Auslauf, keine adäquaten Beschäftigungsmöglichkeiten, kein Platz zum Drehen oder Wenden, kein Tageslicht. Wir fragen uns, wie dies mit dem § 1 des Tierschutzgesetzes in Einklang zu bringen ist:

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Juristen prüfen derzeit akribisch, ob in Maasdorf ein Verstoß gegen dieses und andere tierschutzrelevante Gesetze vorliegt und man muss in diesem Zusammenhang fragen:
Gilt es möglicherweise als „vernünftiger Grund“ für zu akzeptierendes Tierleid, dass Verbraucher Tag für Tag nach Billig-Angeboten im Fleisch- und Wurstregal ausschauen, in der Gastronomie anbiedernd XXL Schnitzel für 2,99 € beworben werden und wir es uns gern leisten, Lebensmittel, auch fleischgewordenes Tierleid, in unvorstellbaren Mengen wegzuwerfen?

Wer trägt am Ende die Schuld an der alltäglichen Tierquälerei? Der Verbraucher? Der Handel? Der Schlachthof? Der Tierfabrikbesitzer? Der Futtermittelhersteller? Der Gesetzgeber? Wer übernimmt endlich die Verantwortung und ändert diese Missstände, damit auch die Nutztiere ein artgerechtes Dasein in Würde erleben?

Dorothea Frederking, die agrarpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag von Sachsen Anhalt war ebenfalls bei der Demo in Massdorf dabei und setzt sich in ihrem politischen Wirken stark für das Thema Tierschutz ein.

Für Käthe, Hannes, Maja…

An vielen Traktoren, welche die „Wir haben es satt!“ Demo am 17.1.2015 in Berlin anführten, waren Zettel angebracht: Für Max. Für Leo. Für Leonie & Clara.
Die Zettel rotierten an den Rädern oder waren an den Kabinen der Traktoren angebracht,
die oft junge Bauern und Bäuerinnen lenkten.
Schnell wurde klar, es waren die Namen von Kindern. Für Rosa, Jon, Carl…
die in der Welt leben werden, die wir ihnen hinterlassen.
Die 50 000 Menschen, die dem Aufruf zur Demonstration vom Potsdamer Platz zum Kanzleramt aus allen Teilen Deutschlands gefolgt waren, zeigten auf Plakaten und Fahnen, mit phantasie-
vollen Kostümen und lautstarken Sprechchören ihre verantwortungsvolle Haltung für unsere Welt: WIR HABEN ES SATT!
Die ablehnende Haltung zur Praxis in der konventionellen Landwirtschaft und Lebensmittel-
industrie mit all ihren verheerenden Folgen wurde begleitet von den Wünschen für eine lebenswerte Zukunft:
Fairhandel statt Freihandel! Artgerechte Tierhaltung ohne Antibiotikamissbrauch!
Förderung regionaler Futtermittelerzeugung! Freiheit für die Saatgutvielfalt!
Faire Preise und Marktregeln für Bauern! Gesundes und bezahlbares Essen für alle!
Der nicht enden wollende Demonstrationszug setzte sich aus allen Schichten der Gesellschaft zusammen, eine phantasie- und verantwortungsvolle Gemeinschaft mit dem Willen zur Veränderung, die hoffnungsvoll stimmt. Wer diese Menschenmenge als Verrückte, Spinner
oder Weltfremde diffamiert, missachtet ihr enormes Potential, welches unsere Gesellschaft zukunftsfähig macht.
Wir danken den Organisatoren und Förderern von „Wir haben es satt!“ für diese mutmachende Demo und freuen uns im nächsten Jahr mit einem Kleinfolgenreich-Wagen dabei zu sein.
// kl + mb

Sabine zieht ins Punkthochhaus

Zum Tag der offenen Imkerei am 05. Juli 2014 war es endlich soweit, „Sabine“ wurde in ihr neues Zuhause einlogiert. Auf die zahlreichen Gäste wartete eine kleine Sensation. Wer war schon einmal dabei, wenn ein Bienenvolk einen Neubau bevölkert? Aus den bereitgelegten Bauelementen wuchs Schicht für Schicht die assoziationsreiche Skulptur.

Der Künstler Marc Fromm aus Halle war eingeladen, sich den Gärten von Kleinfolgenreich inmitten der Weiten der industriellen Landwirtschaft zu nähern. Unter den vielschichtigen Gegebenheiten dieses ungewöhnlichen Ortes inspirierten den Künstler die aufgetürmten Bienenkästen und ihre emsigen Bewohner am meisten. Das Zusammenleben Hunderter in einer rationellen Behausung legten für ihn den Vergleich mit den ostdeutschen Plattenbauten, den „Arbeiterschließfächern“ nahe. In den Punkthochhäusern von Halle-Neustadt fand er schließlich die realen Vorbilder für seine Assoziation.

Im Wechselspiel von Form und Inhalt galt es, die künstlerischen Ambitionen mit den Bedürfnissen der Bienen und der imkerlichen Praxis abzustimmen. Bei aller Kunstfertigkeit versuchte sich Marc Fromm in Abstimmung mit Imker Max Baumann an einem gebrauchs-
fähigen Bienenhaus. Dennoch, Sabine lebt in einem echten Prototyp, dessen sich bereits abzeichnenden Ecken und Kanten in der kommenden Saison nach einem Feinschliff verlangen.

Erstaunlich, wie aus einer gewöhnlichen Bienenkiste durch wenige Kunstgriffe, Leisten und Farben in dem Modell des Punkthochhauses die heitere Vision der Neustädte der 80-er wieder aufersteht.
Und wie geht es Sabine? Die hinterlüftete Vorhangfassade spendet ihrer Wohnung an heißen Tagen schattige Kühle und deren markante grafische Struktur erscheint den Heimkehrenden gleichsam als Leuchtturm.

Schöpfung entdecken, bewahren und leben

Kleinfolgenreich aus Sicht einer Christin

Das Land, auf dem nach und nach die Vision von Kleinfolgenreich Gestalt annimmt, hat Max Baumann im letzten Jahr von der Evangelischen Kirche Anhalts/ Evangelischen Kirchengemeinde an der Fuhne gepachtet. Doch mit der Zeit lassen sich immer mehr Anknüpfungspunkte zwischen der Idee des Gemeinschaftsgartens und dem christlichen Glauben erkennen.
Auf welche Weise kann man Glauben in Kleinfolgenreich erfahren?

Gott zeigt sich uns Menschen auf so unzählig vielfältige Weise. Wenn man in Kleinfolgenreich einkehrt, ankommt und sich offen zeigt für Eindrücke der Natur, kann man Gott an diesem Ort begegnen. Ob nun beim Innehalten, wozu der Garten der Stille einladen wird, beim Gemeinschaft leben und feiern oder bei der Arbeit: Gottes Spuren werden erkennbar, gehen auf uns zu und verbinden uns miteinander. Und davon will Kleinfolgenreich leben: von einem Miteinander Engagierter aus Überzeugung. Ein Garten zum Teilen greift den Gedanken an die urchristliche Gütergemeinschaft auf. In der Apostelgeschichte im 2. Kapitel ist beschrieben, wie die zerstreuten Anhänger von Jesus nach seiner Auferstehung und Auffahrung in den Himmel ihr Hab und Gut verkauften und sich in füreinander sorgenden Gemeinschaften zusammenfanden. Gerade weil es in unserem Alltag oft nicht mehr vorkommt, dass unser Lebensmittelpunkt auch zugleich der Ort ist, an dem wir arbeiten, kann es heilsam sein, beides wieder zu zentrieren. Ora et labora. Bete und arbeite. Im Hinblick auf die Tradition der Klöster kann auch in Kleinfolgenreich Gelegenheit sein, Gebet und Arbeit als wesentliche Bestandteile des christlichen Lebens wieder zueinander finden zu lassen.
Und weil in Kleinfolgenreich freie und kultivierte Natur aufeinandertreffen, kann man vielleicht von Zeit zu Zeit erahnen, wie sich Adam und Eva im Garten Eden gefühlt haben, als sie die unberührte Schönheit der Natur umgab. Durch seine Inselartigkeit kann Kleinfolgenreich also vielleicht manchmal auch paradiesisch anmuten. Auf jeden Fall greift das alttestamentarische Bild der Arche Noah. Um einer großen Sintflut zu entgehen, beauftragt Gott Noah ein großes Schiff zu bauen, um für jeweils ein Paar der verschiedensten Tierarten und für seine Familie das Überleben zu gewährleisten. Hierhin ziehen sich auch bedrohte Arten zurück. Hier sollen die Bienen genug abwechslungsreiche Nahrung finden, wenn z.B. die alten Obstbaumsorten blühen und Vögel und Wild sich aus der flachen, wenig Schutz bietenden Umgebung zurückziehen.

Wir Christen haben die große Hoffnung, dass das Leben mit dem Tod nicht zu Ende ist und dass wir dann in Gottes Reich in seiner Gegenwart leben können. Im jetzigen Leben können wir, wenn wir in seinem Namen zusammenkommen, seinen Geist ganz nah spüren.
Der Name des Gemeinschaftsgartens verspricht auch ein Reich. Was dürfen wir hier erwarten? Ein Reichtum an sich entfaltender Natur, an Ideen und Kreativität sowie menschlicher Nähe?
Klar ist, dass das Reich uns einlädt, daran mitzutun. Denn viele kleine Schritte können etwas Großes bewirken. Darauf dürfen wir vertrauen.
Und darauf, dass wir jetzt für unsere Umwelt Bewusstsein entwickeln und mit einem durchdachten Engagement für die wirklich wesentlichen Dinge leben. Denn unser eigenes Handeln bleibt nicht folgenlos. Gott hat es uns zur Aufgabe gemacht, die Schöpfung zu bewahren. Er hat uns als Krone an erste Stelle gesetzt, um dieser Verantwortung mit all unserer Kraft und unserem besten Vermögen nachzukommen. So ist es höchste Zeit, Tiere und Pflanzen als Mitgeschöpfe anzuerkennen und uns für den Erhalt der Biodiversität, also einer reichen Vielfalt, stark zu machen.

Ohne es geplant zu haben, ergeben sich beim schrittweisen Entstehen von Kleinfolgenreich Gelegenheiten, symbolische Orte einzurichten.
So wollen wir auf einer gefliesten Terrasse einer ehemaligen Gartenlaube einen Tisch aus alten Zementsteinen errichten. Ein Tisch, der in Richtung Osten ausgerichtet ist, lädt ein zur Gemeinschaft mit Gott, zum Gebet und zum Gesang. Damit wenden wir uns auch der aufgehenden Sonne als Zeichen des auferstandenen Christus, in dessen Namen wir zusammen sind, zu. Vielleicht kann hieraus ein Ort lebendigen und bewegten Glaubens werden, zu Erntedankgottesdiensten oder zu Taufen und Abendmahlsfeiern im Freien. Da der Ortsfriedhof gleich an den Gemeinschaftsgarten angrenzt, könnte hier auch Raum für Trauerfeiern sein.

Kleinfolgenreich will viele Gäste empfangen. Dafür wurden Bauwagen erworben und werden zum Bewohnen wieder hergerichtet. Mit in der Entstehung begriffener Küche, Aufenthaltsraum und Komposttoilette kann es zukünftig Gruppen die Möglichkeit zur Übernachtung bieten. Es wäre schön, wenn hier ein Treffpunkt für z.B. Familien und Jugendliche entstünde, die das gemeinschaftliche Leben in seiner einfachen und zugleich intensiven Art erfahren wollen.

Neben dem Leben und Arbeiten soll in Kleinfolgenreich auch das Lernen großgeschrieben werden. Aus vielseitiger Initiative kann hier ein Lernort entstehen, wo generationsübergreifend von- und miteinander gelernt werden kann. Hier können beispielsweise grüne, kulturelle oder religiöse Inhalte thematisiert werden (z.B. Gartenbau, artgerechte Tierhaltung, nachhaltige Lebensweise beim Konsumverhalten, Energie, Wiederverwendung von gebrauchten Materialien, Heimische Tier- und Pflanzenwelt, Naturheilkunde, Kunst und Musik, Gott in der Natur …).

Kleinfolgenreich kann Menschen die Perspektive eröffnen, Gast auf Erden zu sein. Wer Kleinfolgenreich kennenlernt und daran mittut, kann erfahren, dass uns mit der Schöpfung ein großes Geschenk gemacht wurde. Unser Dasein auf der Welt hat aber auch etwas Endliches. So sollen wir unser Dasein so gestalten, dass die Erde ein Lebensraum für nachfolgende Generationen bleibt.

17.06.-21.06.2013 Bienenschwarm im Eimer / ct 4.7.13

Die Wochen fliegen dahin und manchmal blicke ich schon wehmütig dem Ende meines Jahres in Schortewitz entgegen. Aber alles hat seine Zeit. Ich bin gespannt, wohin es mich danach verschlägt und welche neuen Aufgaben mich dann erwarten.

Während ich diese Zeilen in der Abendsonne schreibe, bin ich unentwegt damit beschäftigt, um oder auf mich zu schlagen, um das Heer von Mücken davon abzuhalten, mich zu attackieren. Es ist schade. Egal ob Tag oder Nacht, Sonne oder Schatten – überall lauern diese fiesen Insekten auf frisches Blut und vermiesen einem oft die Freude am Tun im Freien und jede Hoffnung auf einen lauen gemütlichen Sommerabend im Garten. Hoffentlich wird das bald wieder erträglicher.

Am 11. Juni durfte ich zum ersten Mal miterleben, wie vom Volk „Stolle“ ein Bienenschwarm fiel. Am späten Vormittag rief mich Max vom hinteren Feldstreifen zu sich. Mit jedem meiner Schritte wurde das Geräusch eines eindringlichen Summens in der Luft immer lauter. Als ich vor der Beute stand, bewegten sich Tausende von Bienen in der Luft, zunächst chaotisch, doch nach genauerer Beobachtung ließ sich erkennen, dass sie miteinander kommunizierten, an welchem Ort sie sich niederlassen würden. Die solidarische Entscheidung fiel auf den großen Kirschbaum. Sie wählten einen Ast ziemlich weit oben und setzten sich weniger als Traube, denn als längliches Gebilde fest. Max war genau zum richtigen Zeitpunkt vor Ort und konnte intervenieren. Mit einem selbst entworfenen Auffangbehälter aus einem großen Eimer, der an einem Teleskopstab befestigt war, begab er sich auf die große Leiter hinauf zum Schwarm und holte diesen in mehreren Etappen nach unten und setzte ihn auf ein Brett vor eine Schwarm-
kiste. Es ist immer besser, wenn die Bienen selbst ihr neues Zuhause beziehen. Damit identifizieren sie sich ganz anders mit der Behausung und der geduldige Imker kann recht sicher sein, dass der Schwarm nicht noch einmal auszieht um seine Höhle selbst zu suchen.

Leider ist die Königin nicht gleich zu Beginn mit in die Schwarmkiste eingezogen. Nach einigen Stunden war immer noch ein aufgeregtes Treiben zwischen Kirschast und Schwarmkiste zu beobachten. Statt endgültig einzuziehen, traten einige Bienen schon wieder den Rückflug zu der kleinen noch am Baum verbliebenen Traube an – ein Zeichen, dass die Königin noch nicht mit umgezogen war. Nun schnitt Max den ganzen Ast ab und bot nun auch der übrigen Traube das neue Zuhause an, was sie schließlich auch annahmen. Eine spannende Aktion.

Das in der Beute verbliebene junge Volk wartet nun auf das Schlüpfen einer neuen Königin aus einer der Weiselzellen. Es wird sozusagen neu geboren, erhält einen Namen und fängt an, eigenständig zu leben. Das alte Volk findet in der Schwarmkiste Rähmchen mit nur einem schmalen Anfangsstreifen vor. Sie haben nun alle Hände voll zu tun, sich einen neuen Stock aufzubauen, damit neue Brut gelegt und Honigvorräte angelegt werden können. Dieses geteilte Volk gibt für dieses Jahr keinen Honig mehr, da es seine aufgeteilten Kraftreserven erst wieder konzentrieren muss.
In den letzten Wochen habe ich das Handwerk des Schleuderns von Honigwaben kennengelernt und praktiziert. Zunächst werden dabei die oft prall gefüllten Waben aus den Honigzargen mit einem speziellen Sägemesser oder einer Gabel mit vielen feinen spitzen Zinken entdeckelt. Dann hängt man mindestens 3 Honigrähmchen in gleichem Abstand zueinander in das Schleuderfass und schleudert manuell per Drehkurbel mit Kraft und zugleich Gefühl die Rähmchen solange, bis der ganze Honig herausgeflossen ist und sich am Boden des Fasses angesammelt hat. Dann wird der Honig durch ein grobes Sieb in einen Eimer abgelassen. Durch drei weitere immer feiner werdende Siebe läuft der Honig dann in den Abfüllbehälter, wo er noch einige Zeit reift, bis er dann cremig gerührt und in Gläser abgefüllt wird.

Bei stimmungsvoller Musik schleuderte ich an einem Abend mit Max und in der letzten Woche mit meinem Freund Jakob, der sich für einige Tage hier in Schortewitz auf seine Abschluss-
prüfungen als ökologischer Landwirt vorbereitete, bis in die Nacht hinein.

Am meisten genieße ich dabei den sinnlich-süßen Honigduft, der aus der in Bewegung geratenen Schleuder wie ein frischer belebender Wind hervor steigt, wenn man den Deckel öffnet und sich über das Fass beugt.
Zum Schluss wieder ein köstliches saisonales Rezept für Brennnessellasagne:

Zunächst die Köpfe von jungen Brennnesseln (am besten ohne Blüte!) sammeln. Dann Zwiebeln kleinschneiden, in Öl anbraten und die gewaschenen Brennnesseln dazugeben und mit ein wenig Wasser dünsten.

In der Zwischenzeit Butter in einem Topf zum Schmelzen bringen und mit Mehl eine Mehlschwitze anrichten. Dann Milch und/oder Wasser dazugeben, Parmesan einstreuen, sodass eine sämige Sauce entsteht und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Vor dem Anrichten die Lasagneblätter in der Auflaufform mit kochendem Wasser übergießen und kurz ziehen lassen, sodass sie flexibler für den passgenauen Zuschnitt sind. Dann immer abwechselnd Lasagneblätter, das Brennnessel-Zwiebel-Gemüse und die Béchamel-Sauce in der Form schichten. Zum Schluss Käse zum Überbacken darüber streuen. Bei 175 Grad Celsius die Lasagne für 30-40 min im Ofen fertig garen.

Guten Appetit!

Kleinfolgenreich als Ort der Begegnung und des Austauschs

Das erste Wochenende im Juli steht in Kleinfolgenreich ganz im Zeichen der Begegnung.
Am Samstag, den 06.07.2013 öffnet um 14 Uhr die Imkerei "Immenwohl" erstmals die Pforten des neuen Schwarmgartens und lädt Groß und Klein zu einem Nachmittag mit und bei den Bienen ein. Am Sonntag, den 07.07.2013 findet um 10 Uhr im Garten der Stille eine Gottesdienst-Feier der Region Südost statt. Pfarrerin Zimmermann und Pfarrer Karras werden gemeinsam mit Karina Pangsy und dem Kirchenchor den Gottesdienst gestalten.
Am Sonntag, den 07.07.2013 lädt der Heimatverein 16 Uhr herzlich zum 13. Zörbiger Konzert ins Amphitheater am Großsteingrab in Schortewitz. Das Consortium musica viva Halle spielt Flötentrios der Klassik.

Form und Gestalten / 05.13 / kl

Die Gärten in Kleinfolgenreich wachsen mit und durch Geschichten des Daseins, gewinnen ihre Form durch Zuwendung und Aufwendung. Noch sind nicht alle Pflanzen der Jägerschaft in der Erde, da findet aus einem insektenfreundlichen Garten in Köthen eine große Ladung Salomonsiegel den Weg ins Kleinfolgenreich. Wir haben gesagt bekommen, dass man sich für geschenkte Pflanzen nicht bedanken darf, sonst wachsen sie nicht gut. Aber wir dürfen sagen, dass wir uns und die Insekten sich sehr über die weißen, nektarspendenden Blütenglöckchen freuen.
Während Max mit tatkräftiger Hilfe zwei Bauwagen aus Dessau nach Schortewitz transportiert, finden Katrin und Susanne, die am Wochenende mit ihren Söhnen helfender Gast in Kleinfolgenreich ist, gute Schattenplätze für die neuen Nektarpflanzen. Von der Komposttoilette aus wird man künftig von Mai bis Juni die Blütenbesuche vor allem von langrüsseligen Hummeln beobachten können. Auch im Garten der Stille darf der Weißwurz sich nun unter zwei Tannenbäumen ausbreiten. Damit wir die frisch geerdeten Pflanzen ausreichend begießen können, sorgen die Kinder an der Brunnenpumpe mit vereinten Kräften für das notwendige Wasser. Ansonsten spielen Rosa, Jon und Carl mit Schnecken, von denen sie einige zum Superstar ernennen. Sie bauen ihnen eine Pension und einen Kletterpark. 
Gegen Mittag treffen die Männer mit dem ersten Wagen ein. Er wird mit vielen Pferdestärken auf einer bereits vorhandenen Tranktorspur durch das Kleinfolgenreich umgebende Getreidefeld sicher auf seinen Standplatz gebracht. Diesen hatte Katrin tags zuvor mit ihrer neuen Sense vorbereitet. Eine Narzissenreihe ließ sie zur Augenweide an ihrem Platz. Am nächsten Tag dann große Verwunderung, die Narzissen sind weg. Wir finden sie am Abend bei einem Rundgang auf dem benachbarten Friedhof, nun schmücken sie ein Grab. Allerdings werden sie in der Vase nicht so lange blühen wie auf der Wiese.
Der zweite Wagen trifft am frühen Nachmittag in Kleinfolgenreich ein und wird von den Kindern sogleich als Klassenzimmer eingerichtet. Die beachtliche Länge des Wagens und einige mitgelieferte alte Schultische und Stühle legen dies nahe. Ein spätes Mittagessen mit Nudeln, Grillkäse und frischen Knoblauchsprossen sowie Rhabarberschokokuchen als Nachspeise stärkt uns und rundet diese Aktion ab. Am Abend widmet sich Susanne der Innenreinigung eines Bauwagens, der bereits vor einigen Wochen dank der Hilfe von Oli Springer seinen Weg nach Schortewitz fand und vorläufig am Asternrain abgestellt ist. Dort wartet er auf seinen Ausbau. Die beiden Wagen in Kleinfolgenreich bleiben vorerst wie sie sind. Sie werden bei künftigen Arbeitseinsätzen als Unterkünfte dienen können.

Wir danken allen Helfern für das Mittun beim Transport der Wagen. Susanne, Jon und Carl Heinritz aus Berlin vielen Dank für die Hilfe in und um Kleinfolgenreich.

29.04.-03.05.2013 In voller Blüte / ct 3.5.13

Jetzt beginnt die Saison, wo ich wieder vorwiegend in Schortewitz arbeiten werde. Und dazu begrüßt mich der Garten liebevoll mit der Baumblüte. Die Vorreiter in der vergangenen Woche waren Pfirsich, Mirabelle, Wildpflaume und Kirsche. Die große Esche am Hügel blüht auch und wirft ihre Samenfäden ab. Beim Tischler sind die Bienen am Eschenahorn emsig beim Nektarsammeln und erfüllen den Garten mit einem beschäftigten anhaltenden Summen und Brummen. Seit dieser Woche steht nun auch Birne und Apfel in der Blüte. Die Bauernweisheit des Tischlers hat sich bewährt. Wie vorhergesagt sind die Schwalben nach sieben Monaten aus dem Süden zurückgekehrt. Nachdem sie am 20. September ihren Zug begonnen haben, sind sie nun am 17. April wieder hier eingetroffen. Faszinierend, wie exakt die Uhr der Natur sein kann.
Dank der Baum- und Strauchspende der Jägerschaft Schortewitz tut sich in Kleinfolgenreich gerade viel. Gemeinsam mit Max grub ich am Montag weitere Wiesenstreifen um und erlernte durchs Tun das Einpflanzen von Sträuchern. Damit die Quecke und anderes Beikraut nicht sofort wieder auf den Pflanzscheiben Fuß fassen, brauchen wir viel Mulch. Dafür stieg ich Dienstagmittag auf einen Anhänger, der von Gerhard Springers kleinem roten Traktor gezogen wurde. Und so tuckerten wir zur Fuhneaue, um eine große Ladung Weide zu holen, die sie dort im Dezember gekellt hatten. Dieses Holz eignet sich wunderbar zum Schreddern, da es ziemlich gerade wächst und nicht vorher noch zurechtgeschnitten werden muss, damit es in den Häcksler passt.
Kleinfolgenreich ist auch ein Zuhause für Tiere. Mindestens eine Eidechse bewohnt den Bienengarten und gerade in den feuchteren Tagen zeigte sich, was für ein Paradies Kleinfolgenreich für Weinbergschnecken sein muss. Denn sie waren allerorts anzutreffen und es gestaltete sich beim Arbeiten recht schwierig, den Fuß abzusetzen ohne das Leben einer Schnecke zu riskieren. Auch viele Singvögel nisten hier. Im Reisighaufen, dessen Geäst eigentlich geschreddert werden sollte, fand sich ein Nest mit drei Eiern. So wichen wir mit der lauten Maschine auf einen weiteren Haufen aus und hoffen, dass die Eier weiter bebrütet werden.

Wie man Möhre, Rote Bete, Rucola, Senf, und Lupine sät, konnte ich in der letzten Woche lernen. Um das Beet besser pflegen zu können, lässt man zwischen den Reihen einen regelmäßigen Abstand, um später das Wurzelwerk des Beikrauts mit dem Schuffel lösen zu können. Zu dem eigentlichen Saatgut gibt man zusätzlich Radieschensamen. Denn Radies geht früher auf und markiert damit die Pflanzreihen.

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