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Immenhoch

Das Projekt „Immenhoch“ sucht nach Wegen Erwachsen und Kindern das Wesen und Wirken der Bienen näher zu bringen. Der Hochstand erlaubt dabei eine große Nähe zu den Bienenvölkern und schützt zugleich Mensch und Imme davor, einander unfreiwillig zu nahe zu kommen.

Gärtner legen die Beetbegrenzungen ©  te

Was braucht unser Bien eigentlich für Nahrung? / te 18.6.15

Kaum bin ich verantwortlich für die Bienen, beginnen meine Gedanke um die Frage der richtigen „Fütterung“ unserer Schützlinge zu kreisen. Auch wenn mir klar ist, dass unsere Bienen einen Radius von 2 km anfliegen können, möchten ich ihnen natürlich auch in der näheren Umgebung, und vor allem auch für die magere Zeit nach der Lindenblüte im Juli / August, interessante Nahrung bieten. Ich bemerke, dass sich meine Wahrnehmung der Pflanzenwelt verändert hat und der Blick für die Tracht geschärft wird. Jeder Besuch in der Gärtnerei oder auf dem Markt in Halle ist auch eine Entdeckungsreise in die Welt der Bienen – es entstehen interessante Gespräche mit den Gärtnern. Die Imker in Kleinfolgenreich haben schon Erfahrung mit dem Thema und haben den Garten dort prächtig umgestaltet. Zum Bienenfest soll eine Beschilderungen der Pflanzen entstehen und Auskunft geben über Pollen und Nektar, den die Pflanzen den Bienen zur Verfügung stellen. In der Stiftung fangen wir fast bei Null an. Aber: unser Bee „Bob“ hat Glück.

Denn: Der kleine Stiftungsgarten hinter unserem Haus am Franckeplatz soll hergerichtet und neu bepflanzt werden. Wir haben Gelegenheit, bei der Auswahl der Pflanzen Rücksicht auf die Bedürfnisse der Bienen zu nehmen. Das Ganze muss schnell gehen und die Recherche über das Wochenende erledigt werden. In der Bibliothek in Kleinfolgenreich finde ich ein passendes Buch (s.u.) und auch im Internet werde ich fündig. Das Land Baden-Württemberg hat einen hervorragenden Bienenweidekatalog veröffentlich.

Ich versuche eine erste Zusammenstellung als Vorschlag und Diskussionsgrundlage für die Gärtner. Es entsteht eine kleine Wunschliste mit Stauden, die eine späte Tracht bieten – für die mageren Zeiten.

Hier die Ergebnisse meiner kleinen Recherche:
Fetthenne (Sedum Spectabile)
Flachblättriger Mannstreu (Eryngium planum) Hohe Edeldistel, auch als Gartenformen verfügbar
Griechische Kugeldistel (Echinops ritro), wird groß
Clandon-Bartblume / Eisenkraut (Caryopteris x clandonesis). Sonniger Standort, frostempfindlich…
Akelei (Aquilegia-Hybriden), halbschatten.
Mädchenauge (coreopsis lanceolata), gute Tracht bis Sept.
Ringelblumen (Calendula officinalis), einjährig, sät sich aus.
Schmuckkörbchen (Cosmos bibinnatus), leider nur einjährig… sät sich aber gut aus.
Sonnenauge (Heliopsis helianthoides)
Prächtiger Sonnenhut (Rudbeckia fulgida), ausdauernd
Topinambur (Helianthus tuberosus)
Kandelaber-Ehrenpreis (Veronica virginica, weiß), wird 1,20-1,60m hoch. Blüte: Juli bis Sept.
Garten-Duftnessel (Agastache rugosa x foeniculum „Blue Fortune“), Blüte: Juli-Oktober, bis 1,00m
Fackellilie (Kniphofia-Sorten)
Clematis (an den Pappeln hoch ranken lassen!)
Lavendel (Lavendula angustifolia) – herrlich als Einfassung!
Spanischer Salbei (Salvia lavandulifolia)
Orient-Stockrose (Alcea rosea)
Orientalischer Mohn (Papaver orientale)
Borretsch (Boago officinalis)
Astern (Aster novae-angliae) (wird 0,50-1,50m hoch), ggf. auch andere, kleinere Arten

Evtl. doch für den hinteren, halbschattigen Bereich neben der Treppe ein paar Sträuchter:
Hunds Rose (Rosa canina), pflegeleicht, schöne Blüten
Gewöhnlicher Seidelbast (Daphne mezereum), halbschattig, zarte, sehr schöne frühe Blüte!)
Gewöhnlicher Sommerflieder (Buddeleja davidii), blüt am einjährigen Trieb. Gute Tracht. Zieht Schmetterlinge an.
Kornel-Kirsche, sehr gute frühe Tracht. Blüte: ab Februar.

Fürs nächste Frühjahr wichtig, jetzt noch unsichtbar – wohl eher eine Aufgabe für den Herbst…:
Hyazinthe (Hyacinthus orientalis)
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Winterlinge
Krokus (crocus vernus subsp.vernus/albiflorus)

evtl. zur Begrünung der Rückwand noch dazu setzen:
Gewöhnlicher Efeu (Hedera helix). Sehr wertvoll. Gute späte Tracht – im Sept. noch Pollen und Nektar. Leider erst nach 8-10 Jahren blühreif….
Na ja, wir wissen selbst, dass der Zeitpunkt im Hochsommer nicht ideal gewählt ist für so eine Neupflanzung. Aber wir freuen uns, dass es nun klappt und werden das Beste draus machen. Bee Bob – der Glückliche! Und wir Mitarbeiter/innen werden uns auch freuen und Besprechungen und Mittagspausen gern im Gärtchen machen. So haben alle was davon!

Literatur: Günter Pritsch: Bienenweide. 200 Trachpflanzen erkennen und bewerten. Stuttgart, 2007.

Mutterboden wird aufgefüllt ©  te

Der Baumeister lebe hoch – Ankunft am 9. Juni 2015 / te 10.6.15

Die hölzerne Bienenbeute steht nun nicht mehr am Boden, sondern auf einem eigens dafür aufgebauten Bienenhochstand im Kulturstiftungsgarten. Früh am Morgen reiste Max Baumann mit Baugerüst im Anhänger und Bienenbeute im Auto an. Der Hochstand war von zwei Leuten innerhalb kürzester Zeit aufgebaut und das Volk mit dem Namen Bob konnte seinen neuen Standort beziehen. Interessiert schauen zwischendurch immer wieder Kolleginnen und Kollegen durch die Fenster und beobachten die Aktivtäten im Garten.

Ein paar Stunden später sehe ich, wie sich zahlreiche Bienen in der Mittagssonne einfliegen und beginnen, ihre neue Umgebung zu erkunden. Bob  – der Baumeister –  summt nun in rund drei Metern Höhe über den Köpfen der Menschen, die zu ihm aufschauen. Das ist tatsächlich, stellen wir fest, eine sehr ungewöhnliche und andere Perspektive. Rechts und links rascheln die Blätter der Pappeln im Wind. Die Nähe zu den Baumwipfeln dürfte den Bienen gefallen. Herrlich – unser Projekt hat begonnen. In ein paar Tagen werden wir imkern und schauen, wie sich unser Bob entwickelt.

Sitzen gebliebener Riesenschwarm "Mühlenfee" ©  th

Behutsames Einfegen der klammen Bienen. ©  th

In seiner Not begann der Schwarm am Zweig sein Wabenwerk. ©  th

Unweit vom Stock läßt sich der Schwarm zur "Wiedergeburt" nieder. ©  mb

Die Bienen hoch leben lassen. / mb 1.6.15

Ein Forschungsprojekt zur Hochstandimkerei im öffentlichen Raum.

Während in den Städten – gerade auch in Kultureinrichtungen – das Interesse an den Bienen wächst, geht es mit der Imkerei im ländlichen Raum weiter bergab. Im Umfeld der Monokulturen finden die Immen bereits im Frühsommer kaum Nahrung und eine Vielzahl von Pflanzenschutzmittel macht
ihnen, wie der gesamten Insektenwelt, das Leben schwer. In den meisten Dörfern gibt es keine Honigbienen mehr.
Die Kulturstiftung des Bundes führt gemeinsam mit dem Kulturverein Kleinfolgenreich e.V. in Zusammenarbeit mit dem Imkerverein Immenhort e.V. ein Forschungsprojekt durch, das 2015 und 2016
am Sitz der Kulturstiftung des Bundes in Halle, auf dem Schulhof der Grundschule Görzig und im Bienenlehrgarten von Kleinfolgenreich in Schortewitz drei Bienenvölker auf einem Hochplateau aus Stahlgerüsten aufstellt. Das Projekt „Immenhoch“ sucht nach Wegen Erwachsenen und Kindern das Wirken und Wesen der Bienen näher zu bringen. Der Hochstand erlaubt dabei eine große Nähe zu den Bienen-
völkern und schützt zugleich Mensch und Imme davor, einander unfreiwillig zu nahe zu kommen.

Das Projekt findet im Rahmen der EMAS-Aktivitäten der Kulturstiftung des Bundes statt. Es wird auf dieser Seite begleitet und in der Schlussphase in einem Benutzerhandbuch zusammengefasst, welches anderen Kultureinrichtungen und der interessierten Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung stehen wird.

Immenhoch

Basta, Bob und Mühlenfee

Immenallee

Herzlichen Dank liebe Baum-Paten!

Immenhort

Ein Wochenende im Zeichen des Bien & der Schöpfung

Immenbar

Warum Top Bar Hive?

ZooImmen

Zum ersten Mal allein

Termine

Tag der offenen Imkerei 2018

Weggefährten

Till Heinritz *68

Kleinfolgenreich

Berlin, Berlin!

Gärten

Labsal in trostlosen Weiten / 2014

fuss