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Kleinfolgenreich

Eine einstmals verwilderte Kleingartenanlage. Menschen, die gemeinsam von dort aus in die Gesellschaft wirken wollen. Eine ansteckende Idee, die auf fruchtbaren Boden fällt und damit wachsen und weitergegeben werden kann. Etwas Kleines, vielleicht Unscheinbares, was Großes nach sich ziehen kann. Wie der Name schon sagt, ein Klein-Folgen-Reich. Wir wollen in diesem Tagebuch darüber berichten.

Aufforderung zum Tanz ©  kl

Immenball, ein Fest für die Hilfreichen der Bienen / kl / mb 25.6.15

Die Idee zum Immenball entstand beim Händler-Abschlußabend auf der Grünen Woche im Februar 2015, als wir nach langer Zeit zusammen ausgelassen tanzten. Die Idee in Kleinfolgenreich mit (Bienen)Freunden und Honigliebhabern gemeinsam zu tanzen, beflügelte uns in den kommenden Wochen gleichermaßen.
Es folgten Überlegungen wen wir zum ersten Bienenball einladen und welches Begleitprogramm ein Tanz-Sommerabend  bereichern kann.
Die in unseren Händen liegende Pläne gingen auf,  jedoch hatte die unwirtliche Wettervorhersage dafür gesorgt, dass einige Gäste lieber zu Hause blieben. Wir Zuversichtlichen hatten jedoch Glück mit dem Wetter, das Fest fiel nicht ins Wasser und die Sonne zeigte sich ab und an.

Aufruf zur Vorhaben "Immenallee" ©  th

Kühler Honigeisgenuß ©  kl

Beim Ankommen der Gäste mit Sekt-Empfang erklangen Chansons von Akkordeon und Baßgitarre. Nachdem Marion und ich einleitende Worte zum Abend und Max zu unseren Vorhaben, sowie dem damit verbundenen Spendenaufruf für die Immenallee gesagt hatten, stimmten uns die Klänge des Didgeridoo auf die Gegenwart der Bienen im Refugium Kleinfolgenreich ein. Honigsüßes Eis mundete im Anschluß köstlich, ließ uns aber in der Abendkühle noch mehr frösteln und trieb uns noch vor dem Gang ans Buffet zum Aufwärmen unter die Discokugel.

Ein geübtes Geschwisterpaar in Rot eröffnete den Ball gekonnt mit einem Walzer und beide forderten das auserwählte Publikum zum Tanz, geschwind füllte sich derart der Tanzboden.

"Komm Liebe komm" ©  mb

Hoher Gesang ©  kl

Eingehüllt in Decken sang uns später Jaqueline Twieg auf dem Hochstand bei Volk Sabine Lieder von Natur und großen Gefühlen. Andächtig lauschten alle dem schönen Gesang.

Von Bienen & Bäumen ©  kl

Volk "Räuber" in der schwebenden Bienenkiste ©  kl

Bei den Rundgängen mit Marion und Max durch die Gärten von Kleinfolgenreich bekamen unsere Gäste einen Eindruck vom Leben der Bienen in Baumstämmen und in der Höhe: auf dem Hochstand, im Hängekorb und in der, im Nußbaum schwebendenen, Bienenkiste. Am Rande schickte Rosa mit dem Akkordeon ergreifende Melodien übers Land.

Klänge übers Land ©  kl

Danke
an Herrn Ufer für das Rasenmähen*Oli für den Transport des Notstromaggregates*Kaffee Hannemann für die Kaffee-Bar*Juliane & Micha für die Getränke-Bar*Jaqueline für den Gesang*Jan für Technik & Ballmusik* Thoralf & Eckart für Musik* Silvi & Achim für Tanz und Animation*Helmut für Eis*Frau Stoye für die leckeren Buletten*Kerstin und allen Anderen, die etwas zum Buffet beigetragen haben.

Der zweite Immenball findet am 2. Juli 2016
im Rahmen einer Geschlossenen Gesellschaft statt.

Gastlichkeit ©  kl

Johannis Loriz formt das Wachstuch.

Der modifizierte Weißenseifener in seiner vorläufigen Vollendung. ©  mb

Vollkommene Körbe & Rinder / kl 11.6.15

Ostern 2015* 564 km, 6 Stunden von Kleinfolgenreich entfernt gibt es seit 1980 die Kooperative Dürnau im schwäbischen Dorf gleichen Namens und seit zwei Jahren die Dorfuniversität. Am sehr frühen Morgen des Karfreitag machen wir (Max, Marion, Katrin und Rosa) uns auf den Weg nach Dürnau.

564 km, 6 Stunden von Kleinfolgenreich entfernt gibt es seit 1980 die Kooperative Dürnau im malerischen schwäbischen Dorf gleichen Namens und seit zwei Jahren die Dorfuniversität. Am sehr frühen Morgen des Karfreitag machen wir (Max, Marion, Katrin und Rosa) uns auf den Weg nach Dürnau um dort mit Johannes Loriz unsere beiden Bienenhängekörbe, die wir im November 2013 in der Fischermühle genäht hatten, zu vollenden und um ein Bild vom Wirken an der Dorfuni zu bekommen.

Wir nutzen Sonnenschein und blauen Himmel am Karfreitag und besuchen mehrere der 10 Häuser der Kooperative. Wir sehen die Tischlerei, die Druckerei, das Lager mit Büchern des Verlages und Produkten von Wala, Sonett und ErdmannHauser, die von hier aus nach ganz Europa vertrieben werden. Ausserdem streifen wir Zukunftsprojekte wie die Bibliothek, den Speiseraum mit Küche und das Studentenhaus.

aufmerksam

glücklich ©  mb

Im dazugehörigen Kuhstall, etwas abseitig auf freier Flur, üben wir uns im Melken und erfreuen uns an der selbstverständlichen Gegenwart der Wiederkäuer mit ihren Kälbern. Im Verlauf unseres Bildungsurlaubes bearbeiten wir unsere Hängekörbe, restaurieren einen Bienenkasten und zwei weitere Bienenkörbe, pflanzen mit Johannes einen Bienen-Blütenbaum an zentraler Stelle im Dorf, hinter dem Briefkasten, suchen uns farbschöne Bücher für Notizen und formschöne Särge aus der Tischlerei fürs Lebensende aus.

Außerdem nähren wir uns mit körperwarmer Kuhmilch, selbstgemachter Butter und Frischkäse auf Ciabatta aus eigenem Getreide und Seele und Geist mit guten Gesprächen, die wir mit Agata und Johannes erleben. Zudem stärkt uns vor den Mahlzeiten ein Tischgebet von Rudolf Steiner, welches das alltäglich Erlebte auf den Punkt bringt:
Es keimen die Pflanzen in der Erdennacht.

Es sprossen die Kräuter in der Luft Gewalt.

Es reifen die Früchte durch der Sonne Macht.
So keimet die Seele in des Herzens Schrein.

So sprosset des Geistes Macht im Lichte der Welt.

So reifet des Menschen Kraft in Gottes Schein.
Wir danken unseren Gastgebern für diese eindrucksvolle und kräftigende Zeit.

Am Ostermontag reisen wir in aller Frühe gestärkt und inspiriert nach Schortewitz zurück.

Schweine im Hochhaus und anderswo / kl 16.3.15

Am kühlen Sonntag waren ca. 380 Menschen in den kleinen Ort im südlichen Anhalt gekommen, um gegen die unwürdigen Zustände im Schweinezuchtbetrieb zu protestieren. Sie kamen aus Halle, Leipzig, Berlin, Bernburg, Dessau, dem Saalkreis sowie aus umliegenden Dörfern und waren dem Aufruf des Tierschutzbüros und der Albert Schweizer Stiftung gefolgt. Vorangegangen war eine heimlich gedrehte Filmdokumentation des Tierschutzbüros, sowie eine offizielle Dreharbeit des Jenke Experimentes von RTL, welche die tierquälerischen Zustände auf den 6 Etagen des sogenannten Schweinehochhauses öffentlich machten. Doch machen wir uns nichts vor, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es in anderen Schweinezucht- oder Mastbetrieben ähnlich aussieht.

In Massdorf macht es die Öffentlichkeit desalb so betroffen, weil allein schon das Gemäuer aus den 60er Jahren einen abstoßenden Eindruck hinterlässt. Kaum einer der dieses Gebäude sah, ahnte, dass sich darin noch etwas abspielte. Moderne Tierfabriken machen äußerlich einen gepflegten und sauberen Eindruck, im Inneren leiden die Tiere aber ebenso wie in Massdorf. Kein Auslauf, keine adäquaten Beschäftigungsmöglichkeiten, kein Platz zum Drehen oder Wenden, kein Tageslicht. Wir fragen uns, wie dies mit dem § 1 des Tierschutzgesetzes in Einklang zu bringen ist:

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.

Juristen prüfen derzeit akribisch, ob in Maasdorf ein Verstoß gegen dieses und andere tierschutzrelevante Gesetze vorliegt und man muss in diesem Zusammenhang fragen:
Gilt es möglicherweise als „vernünftiger Grund“ für zu akzeptierendes Tierleid, dass Verbraucher Tag für Tag nach Billig-Angeboten im Fleisch- und Wurstregal ausschauen, in der Gastronomie anbiedernd XXL Schnitzel für 2,99 € beworben werden und wir es uns gern leisten, Lebensmittel, auch fleischgewordenes Tierleid, in unvorstellbaren Mengen wegzuwerfen?

Wer trägt am Ende die Schuld an der alltäglichen Tierquälerei? Der Verbraucher? Der Handel? Der Schlachthof? Der Tierfabrikbesitzer? Der Futtermittelhersteller? Der Gesetzgeber? Wer übernimmt endlich die Verantwortung und ändert diese Missstände, damit auch die Nutztiere ein artgerechtes Dasein in Würde erleben?

Dorothea Frederking, die agrarpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag von Sachsen Anhalt war ebenfalls bei der Demo in Massdorf dabei und setzt sich in ihrem politischen Wirken stark für das Thema Tierschutz ein.

Berlin, Berlin! / mb 24.1.14

Ende Januar 2014 war es endlich so weit, die Reise führte mich in die Hauptstadt, nach deren ganz besonderen Duft ich wohl süchtig bin. Der Kontrast von meinem derzeit recht zurückgezogenen Dasein im kühlen Lehmhaus zu dem wärmenden Häusermeer der Millionen könnte wohl nach einer 90-minütigen Reise kaum größer sein. Um diesen auszukosten, nahm ich bis zur Mulde den Weg übers Land. Ein blaugrau beschwingter Himmel dehnte sich über den Weiten der fruchtbaren Felder. In der Ferne schimmerten die Solaranlagen auf den langgestreckten Dachflächen der Massentierhaltung verräterisch.
Fahre ich auf der Avus dem Funkturm entgegen, kreisen meine Gedanken. In meinen Erinnerungen an die Ludwigsfelder Schulzeit bleibt das nahegelegene, auf dem Weg zum Alex mit dem "Sputnik " südöstlich umschiffte, Westberlin ein merkwürdig-blinder Fleck.
Seit dem Mauerfall schwenke ich am liebsten auf dem Stadtring entlang des Westhafen ins Berliner Zentrum. In dessen Norden traf ich Till zum "Lager für Arbeit und Erholung"*, die Aktualisierung der Webseiten stand zum einen auf unserem Plan.
Die Kultur fand am Samstag auf dem Potsdamer ihren Platz. "Wir haben Agrarindustrie satt"*
hatten sich tausende Demonstranten auf die Fahnen geschrieben. Eindringlich, lautstark und phantasievoll forderte der lange Zug von Alt und Jung eine längst fällige Agrarwende hin zu einer sozialen, tiergerechten und ökologischen Landwirtschaft.
In dieser bunten Gemeinschaft der Wagemutigen durchzog mich ein freudiger Schauer und die ersten Montagsdemos wurden in mir wach. Im Nachgang wurde mir ein herber Unterschied bewusst: Damals studierte ich am zentralen Ort der Bewegung, heute hatte ich unter den vielen, landesweiten Formationen eine offensichtlich Anhaltische vermisst.
Der Zug wurde von allerhand Traktoren angeführt, riesigen, blitzeblanken, andere sahen aus, als kämen sie geradewegs vom Acker. Beim Anblick eines kleinen Grünen funkte es bei mir und ein Anruf in der schweinereiche Heimat machte alles klar. Andrés traumhaft tuckernder Deutz wiegt nur gut eine Tonne, soviel trägt unser Hänger den der Niva ziehen darf. Dann bekommt der alte Knabe endlich mal Berliner Luft zu schnuppern und wir hängen uns im kommendes Jahr im Namen von Kleinfolgenreich einfach hinten dran?
Nachdem mir seltsamer Weise eine alte Dame mit Stock den günstigsten Weg auf dem spiegelglatten Gehweg zum Auto gewiesen hatte, war es auf meiner Heimfahrt nicht einfach, die Fahrtrichtung der vielstimmigen Martinshörner im Dschungel der Großstadt auszumachen.
Glücklich, erschöpft und angeregt habe ich bald nach André, dem Deutz und seinen zahlreichen Brüdern geschaut. Wir werden noch unsere Freude haben!

Lager für Arbeit und Erholung / Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps!

Serschin Boonekamp, eine dunkle Erinnerung. Nach getaner Arbeit und spätem Mittagsschlaf war er mein Leibgetränk der erholsamen Kneipenabende. Die folgende aufgeregte Schlaflosigkeit in den durcheinander gewirbelten Mannschaftszelten machte uns Jungen und Mädchen der 9.Klasse der
Hans-Beimler-Oberschule das Aufstehen in aller Frühe schwer. Erst während der Fahrt zum entlegenen Ziegelwerk wurden wir auf der hartgefederten Holzpritsche des "Ello"* richtig wach. Beeindruckt vom kräftigen Zupacken und losen Mundwerk unserer Vorarbeiterinnen in Kittelschürzen folgten wir diesen alsbald mit Respekt. Unnachahmlich für uns Halbstarke stapelten sie gekonnt die schweren und empfindlichen Ziegelrohlinge in die Trockenschuppen.
Wenn die Böschung der Tongrube durch das Abbaggern den Gleisen zu nahe rückte, wurden die Männer von den Ringöfen gerufen. Mit vereinten Kräften und Hauruck verschoben wir mit Brechstangen ein langes Stück des Schienenstrangs. Die Führung der Lock auf den welligen Gleisen war unter der Belegschaft offenbar unbeliebt. Wurde sie schlecht bezahlt oder kostete jedes Entgleisen eine Runde? Nach drei Tagen körperlicher Arbeit wurde ich jedenfalls Maschinist und schaukelte die rüttelnden Fuhren spurtreu immer hübsch im Kreis.

Neue FÖJlerin – Feld oder Acker / ng 16.10.13

„Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Feld und Acker?“
Das war die Frage, welche ich mir an meinem ersten Tag auf dem Weg nach Schortewitz stellte.
Ich bin Nina, 17 Jahre alt und hab grade meinen 10. Klasse-Abschluss am Gymnasium in Halle gemacht. Das ich die Stelle für ein freiwilliges ökologisches Jahr bei Max und Katrin gefunden hab macht mich sehr glücklich. Ich wurde gleich mit offenen Armen empfangen und in die Arbeit eingebunden.
Landwirtschaftliche Tätigkeiten fordern ein gewisses Maß an Spontanität, meine beiden Chefs sind da schon recht professionell, wenn es regnet fallen jegliche Planungen buchstäblich ins Wasser, so ist das einfach...
Der Komposthaufen, mit dem ich schon intensiven Kontakt hatte, ist ein wichtiger Knotenpunkt in dem regen Kreislauf, der von uns beeinflussten Natur. Erde, Würmer, Käfer, Beikraut und Küchenreste im Blick, dabei Vögel im Ohr und eine schwere Schaufel in der Hand, ich empfand es als seelische Entspannung, die wohl den meisten Menschen fehlt.
Momentan wachsen riesige Kürbisse und Zucchinis, aus denen in diesen Tagen Zucchini-Marmelade gemacht wird. Kling seltsam, schmeckt aber wirklich!
Riesige rote Bete und Möhren stecken in der Erde und die Bienen tragen die letzten Pollen für ihren Wintervorrat ein.
Also: Max sagte mir, dass es für den Bauern immer der Acker ist, was andere Menschen als Feld sehen. Vermutlich ist es ein Acker, wenn er frisch gepflügt ist und wird zum Feld, wenn seine Pflanzen anfangen zu wachsen.
Zwei wichtige Lektionen: Es ist wichtig, dass der Boden locker ist, auf dem was wachsen soll und Schale enthält die wichtigsten Vitamine, außer bei der Gurke, die kann bedenkenlos geschält werden, das wusste ich auch noch nicht.
Wer in seiner Küche professionell arbeiten will, sollte schwarze und weiße Zonen einrichten, also nie Dreck (benutztes Geschirr, Abfälle) und Hygiene (Essen, saubere Utensilien) mischen.
Ich kenne es aus meiner Kindheit, dass Brombeeren säuerlich sind, aber dem ist nicht so, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden, also beim berühren fast von allein abfallen. Am Ende des Tages tu ich das Gleiche, ich falle von allein ins Bett...

Nach nur sechs Wochen verlässt uns Nina wieder. Bei der körperlichen Arbeit kommt sie an ihre Grenzen und fühlt sich auch dem selbständigen Arbeiten nicht gewachsen.
Nina arbeitete von Anfang September bis Mitte Oktober 2013 bei uns.

frostig * bewegend * verbindend * / ct 25.3.13

Bahnstation Weißandt-Gölzau, Donnerstagmittag. Aus Richtung Magdeburg hält ein Regionalexpress, aus dem Freiwillige zum Landesaktionstag des FÖJ Sachsen-Abhalt steigen. Wenig später verlassen den Zug aus Richtung Halle noch einmal einige junge Leute. Nun sind alle 20 Teilnehmer_innen von ijgd und SUNK da, die mit uns in den nächsten beiden Tagen Kleinfolgenreich bewegen und gestalten wollen.

Nach dem Fußmarsch ins Dorf erwarten uns die pädagogischen Mitarbeiterinnen Anneli, Kathrin und Simone sowie Katrin, Max und Rosa mit einem köstlichen Mittagsmahl: Penne mit veganer Grünkernbolognesesoße. Auch der Begründer und Inhaber des Energiehofs Günter Finger sowie sein Mitarbeiter Lothar Hattwig sind zur Begrüßung vor Ort, André Springer kommt mit Sohn Ben dazu. Gestärkt versammeln wir uns auf dem Hof, platzieren uns bei zartem Schneefall nach der Lage unserer Einsatzstellen in verschiedene Himmelsrichtungen um die Mitte, die die Schortewitzer bilden, und veranschaulichen damit, aus welchen Ecken von Sachsen-Anhalt wir kommen. Im Anschluß fliegen viele bunte Bälle durch die Luft, von Einem zum Anderen hin und her. Sie verhelfen uns dabei, die vielen neuen Namen einzuprägen. Danach geht es mit frischem Mut ans Werk.
Ein großer Teil der Gruppe zieht mit Lothar und André vor die Tore von Schortewitz, um einen Wildschutzzaun zu bergen. Dieser soll später in Kleinfolgenreich wieder aufgebaut werden.
Markus, Kathrin, Simone und Rosa unterstützen Katrin in der Scheune beim Zubereiten der Mahlzeiten für die ganze Mannschaft. Die übrigen machen sich auf den Weg nach Kleinfolgenreich. Hier wartet ein Mont Klamott darauf, aufgeschüttet zu werden. Außerdem wird die Fläche neben der Streuobstwiese beräumt und strukturiert. Gemeinsam mit Miriam und Martin, der an diesem Tag seinen Geburtstag feiert, gehe ich das Dornengestrüpp rechts neben dem Eingang zum Kleinfolgenreich an. Auf der neu entstehenden Freifläche wird im Laufe des Landesaktionstages eine einfache Komposttoilette aus gebrauchten Materialien gebaut.

Den ersten Abend verbringen wir mit erwärmenden Bewegungsspielen in der Scheune, bevor wir Draußen auf dem Hof ein Feuerchen entzündeten. Eng zusammengerückt und in sämtliche vorhandene Decken geschlungen sitzen wir um den Feuerkorb, führen anregende Gespräche und singen zu Gitarrenklängen. Mit beschwingten Akkorden trotzen wir der eisigen Kälte und erwärmen uns mit fröhlichem Gesang die Gemüter.

Prädikat: wertvoll

Freitagvormittag geht es wieder in die Arbeitsgruppen, die Arbeiten vom Vortag werden weitergeführt. Zur Mittagszeit kehren wir zu einer wohlschmeckenden Gemüsesuppe in die Scheune des Energiehofes zurück. Anschließend bleiben die Gruppensprecher_innen vor Ort, um mit den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Max die Akteure der Landespolitik zu empfangen, die unserer Einladung zum Landesaktionstag gefolgt sind:

* Ronald Mormann, SPD, Wirtschaftspolitischer Sprecher der
Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt
* Steffen Rosmeisel, CDU, Mitglied im Landtag von Sachsen- Anhalt, ordentliches Mitglied im Ausschuss für Umwelt
* Waltraud Schiemenz, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt
* Rolf Sonnenberger, Bürgermeister der Stadt Zörbig

Auf die Vorstellungsrunde bei Kaffee und Kuchen in der Scheune folgt eine Besichtigung von Kleinfolgenreich, um das Projekt und uns junge Menschen vom FÖJ in Aktion zu erleben. Beim Rundgang durch die ehemalige Kleingartenanlage geht Max näher auf die Bienen ein und zwei Urkunden für neu gewonnenen Bienenpatenschaften können überreicht werden. Patin für das Bienenvolk Dorothea ist die agrarpolitische Sprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen Dorothea Frederking (MdL). Da sie nicht persönlich anwesend sein kann, sandte sie gemeinsam mit dem umweltpolitischen Sprecher ihrer Fraktion Dietmar Weihrich (MdL) ein Grußwort per Brief. Für das zweite Volk namens Willi steht Anneli Borgmann Patin - pädagogische Mitarbeiterin beim ijgd.

Nach dem gemeinsamen Pflanzen eines Bienenbaumes namens Euodia und einer Felsenbirne als Erinnerung an den Landesaktionstag kehren wir zum Energiehof zurück. Dort gibt es vor dem Abendbrot noch Gelegenheit mit Günter Finger ins Gespräch zu kommen und seinem Vortrag über den Werdegang des Energiehofs zu lauschen. Die Photovoltaikanlage, das
Blockheizkraftwerk und die Rapsölpresse stehen als wesentliche Merkmale der nachhaltigen Wirtschaftsweise auf dem Hof im Mittelpunkt des Interesses.
Am Abend gibt es eine Filmvorführung. Gemeinsam mit Gästen aus Schortewitz und Mitgliedern des Imkervereins Zörbig, in dem Katrin und Max organisiert sind, begeben wir uns auf die Spur nach den Gründen des weltweiten Bienenvölkersterbens der letzten Jahre. Welche Herausforderungen die Bienen aktuell in einem von Monokulturen geprägten Umfeld, das seine Existenz durch Pestizide und Insektizide zu sichern versucht, bestehen müssen, beleuchtet der Film „Das Geheimnis des Bienensterbens“ des französischen Filmemachers Mark Daniels aus dem Jahr 2010. Auch in dieser Nacht sind wir noch zu später Stunde munter aufgelegt und angesichts der Kälte aber mehr als froh, ein prasselndes Feuer in unserer Mitte zu haben. Die hartgesottensten unter uns finden erst am Morgen gegen halb fünf in ihre Schlafsäcke.

Am Sonnabendvormittag hat die Sonne an Kraft gewonnen und verwöhnt uns mit zaghafter Wärme. Das tut nur allzu gut, denn das abwechslungsreiche Frühstücksbüfett haben wir bei -4 Grad Celsius in der Scheune zu uns nehmen müssen.
Schließlich treten wir alle zur "Putzparty" an. Dank der vielen helfenden Hände sind die Scheune, die als Unterkunft dienende leer stehende Wohnung und die Toiletten schnell wieder in Ordnung gebracht. Nun heißt es Abschied nehmen. Bevor der Fußtrupp zur Abreise gen Bahnstation aufbricht, beenden wir die Aktion "Landesaktionstag" mit einem spielerischen Austausch sowie einem visualisierten Meinungsbild über die erlebten Tage. In einer letzten Dankesrunde werden wir mit Frühlingsblühern und Honig bedacht. Eine besondere Zeit liegt hinter uns. Ich bin dankbar, sie in dieser Runde erfahren zu haben.

Drachenfest 2004

Drachenfest / kl 28.10.12

Es ist nun der Herbst gekommen,

hat das schöne Sommerkleid

von den Feldern weggenommen

und die Blätter ausgestreut,

vor dem bösen Winterwinde

deckt er warm und sachte zu

mit dem bunten Laub die Gründe,

die schon müde gehn zur Ruh. 


Auszug aus einem Gedicht von
Joseph Freiherr von Eichendorff

Bevor Natur und Mensch vollends zur winterlichen Ruhe kommen, wollen wir in Klein-
folgenreich bunte Drachen in die Lüfte steigen lassen. Diese können am Sonntag, den 28.10. ab 10 Uhr im Klub gebaut werden. Leisten und Bauanleitungen sind vorhanden, Drachenschnur und -papier bringt bitte mit. Ein Tipp aus jahrelanger Erfahrung: Das Drachenzubehör (auch die Schnur) sollte so leicht wie möglich sein. Rettungsdecken-Folie ist beispielsweise ein gutes Material, lässt sich aber etwas mühsam verarbeiten. Krepp-Papier eignet sich besonders gut für die wichtigen Drachenschwänze.


Wer gegen eine Spende an diesem Tag Mittagessen möchte, melde sich bitte.
Gereicht wird eine bunte Gemüsesuppe aus dem Kessel, über offener Flamme.
Dazu gibt es hausbackenes Roggensauerteigbrot von Max, Aufstriche von ka
und Apfel- und Quittenkuchen von Caroline.
Außerdem steht Kräutertee, nach Belieben mit Honig gesüßt, bereit.
Bringt bitte Trinkbecher und Suppenlöffel mit.

Kontakt: ka@kleinfolgenreich.de

Immenhoch

Bob sagt Basta! 16. Juni 2015

Immenallee

Herzlichen Dank liebe Baum-Paten!

Immenhort

Ein Wochenende im Zeichen des Bien & der Schöpfung

Immenbar

Elfe läßt grüßen

ZooImmen

Tausendfacher Tierbestand im Zoo Halle

Termine

Immenhort-Kurse 2019

Weggefährten

Till Heinritz *68

Kleinfolgenreich

24.9.-28.09. FÖJ x 90

Gärten

Labsal in trostlosen Weiten / 2014

fuss