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Kleinfolgenreich

Eine einstmals verwilderte Kleingartenanlage. Menschen, die gemeinsam von dort aus in die Gesellschaft wirken wollen. Eine ansteckende Idee, die auf fruchtbaren Boden fällt und damit wachsen und weitergegeben werden kann. Etwas Kleines, vielleicht Unscheinbares, was Großes nach sich ziehen kann. Wie der Name schon sagt, ein Klein-Folgen-Reich. Wir wollen in diesem Tagebuch darüber berichten.

Ackerbraun, Himmelblau und Sonnengelb / kl 28.10.12

Die Wettervorankündigung für Sonntag war nicht ganz nach dem Geschmack von Drachen und den helfenden Kameraden am Boden. Dies war wohl ein Grund für die Absagen vieler Freunde des Drachenfestes. Immerhin gab es am Morgen nach der geschenkte Zeitumstellungsstunde keinen Schnee in Schortewitz. Der Himmel war allerdings grau und von Wind gab es nicht den leisesten Hauch.

Während Max mit den Kindern nach Kleinfolgenreich aufbrach, widmeten Till und ich uns in der Lehmhausküche der Zubereitung der Mittagsmahlzeit. Wir verarbeiteten Weißkohl und Sellerie von Tischler Gerhard Springer aus dem Ort, Rote Bete aus unserem Garten und Schalotten von Bio-Bauer Scholle aus Profen, zu einem bordeauxfarbenen Borschtsch.
In Kleinfolgenreich pflanzte Max Liguster in den Bienengarten, diesen hatte er beim Arbeitseinsatz am Vortag an anderer Stelle des Areals geborgen. Mit Carla brachte er später eine Linde in die Erde. Es soll eine schöne Drachenfesttradition werden, jedes Jahr einen bienenfreundlichen Baum in das Refugium zu pflanzen. André brachte mit handwerklichem Geschick die Wippe für kleine und große Kinder in Gang.

Alma, Rosa, Frieda, Charlotte, Carl und Jon stromerten indes beseelt durch das zu entdeckende Paradies. Sie bauten eine Bude aus Fundstücken und rekonstruierten die Reste eines Kinderwagens, den Rosa einige Tage zuvor in Kleinfolgenreich geborgen hatte, zu einem spielbaren Gefährt. Ihnen schlug keine Stunde und sie waren glückliche Kinder.
Max prophezeite ihnen, dass die Sonne und auch der Wind noch kommen würden, keiner glaubte ihm, denn der Himmel zeigte sich noch immer in mattem Grau.

Gegen Mittag vollendete ich noch den 15 Meter langen Kleinfolgenreich-Drachen aus goldsilberglitzernder Rettungsdecke. Bereits am Samstagabend hatte ich mit seiner Herstellung begonnen und Till half mir zu später Stunde, trotz großer Müdigkeit nach dem Arbeitseinsatz, bei den Feinarbeiten.

Am frühen Nachmittag geschah das Unglaubliche. Der Himmel färbte sich blau und die Sonne schickte erste wärmende Strahlen. Der Genuss der heißen Suppe am Lagerfeuer auf der Festwiese erwärmte die Gemüter der Helfer und dazugekommenen Gäste aus Halle und Schortewitz. Bei denjenigen, die Rote Bete zum ersten und letzten Mal vor vielen Jahren in der Schulspeisung probiert hatten, gab es positives Erstaunen bezüglich des Geschmacks. Köstlich mundete auch das Sauerteigbrot von Max mit Kürbisaufstrichen und Wildkräuterquark aus der Himmel & Erde Küche.
Gegen Nachmittag frischte der Wind zum Glück etwas auf und wir konnten die blitzende Kleinfolgenreich-Schlange so weit in die Luft steigen lassen, wie der Schnurvorrat es zuließ. Auch andere selbstgebaute bunte Gefährten gelangten ins Himmelblau, manche gekauften Exemplare taten sich schwer. Wir wurden verwöhnt mit einem herrlichen Sonnenlicht zum Drachenflug. Als der Wind nachließ und die leichten Gesellen zu Boden taumelten, tobten die Kinder mit ihnen übers Feld, fest entschlossen, sie nochmals in die Luft zu bekommen.
Wir Großen erfreuten uns an ihrem Eifer und den berauschenden Herbstfarben in und um Kleinfolgenreich.

Mit anregenden Gesprächen, köstlichem Kuchen, honigsüßem Salbeitee mit Calendula und selbstgemachtem Glühwein aus Schattenmorellen ging ein erfüllter Tag und das erste Drachenfest in Kleinfolgenreich zu Ende.
2013 findet unser Drachenfest am Sonntag, den 13. Oktober statt.

2012 waren beim Drachenfest dabei:
Alma, Rosa, Caroline, Susanne, Till, Jon, Carl, Carla, Frieda, Charlotte, Constanze, Antje, Roland, Oli, Luise, Martin, Gerhard, Anja, André, Max & ka

24.9.-28.09. FÖJ x 90 / mb 4.10.12

In der vergangenen Woche erwartete mich das KIEZ Güntersberge im Harz bei Wernigerode mit 90 weiteren TeilnehmerInnen des FÖJ 2012/2013 des ijgd in Sachsen-Anhalt zum ersten Seminar. Die Anlage erstreckte sich bergwärts vom Selketal (Essenshaus) bis zu den Bungalows am Waldrand, die unsere Herberge waren. Die Harzer Schmalspurbahn brachte uns von Nordhausen dort hin und es gab bereits während der Hinfahrt erste zaghafte Annäherungen zu den anderen TeilnehmerInnen.
Wir sind der 2. Durchlauf, bei dem sich zum ersten Seminar alle drei Seminargruppen gemeinsam treffen. Dementsprechend waren wir in den Plena eine große Runde, was man v.a. bei den Wups (Warming Ups) am Morgen hautnah erleben konnte, wo wir uns z.B. als Ritter, Drache oder Prinzessin über die große Waldwiese jagten oder in immer größer werdenden Ketten Fange spielten.
Ich bin in Seminargruppe 2 gelandet. Wir haben ein tolles Leitungsteam und sind eine wirklich ausgesprochen heterogene Gruppe, mit einem Altersspagat von bis zu 10 Jahren und ganz unterschiedlichen Herangehensweisen bzw. Vorstellungen ans bzw. vom FÖJ. Aber gerade das macht es spannend. So freue ich mich auf die nächsten vier Seminare, die wir dann in unserer „kleinen“ Gruppe mit ca. 30 Leuten durchführen werden.
Was ich aus dieser Woche mitnehme, ist zum Einen die beeindruckende Erfahrung, dass ein bunter Haufen aus zunächst fremden FÖJlerInnen in so kurzer Zeit Zusammenhalt und Gemeinschaft entwickeln kann, zum Anderen den Sonnenaufgang über den Harzer Bergen und die frische Herbstluft im Morgengrauen während der Morgenmeditation. Gern erinnere ich mich an anregende und bewegende Gespräche mit interessanten Menschen, sowie die naturnahen Experimente ohne großes Nachdenken beim Landart-Workshop mit Bernhard. Der Input zum ökologischen Fußstapfen in der Großgruppe war ein guter Einstieg, um alle ein Stück weit für die Bedeutung ökologischer Themen zu sensibilisieren. Denn jeder Erdenbürger hinterlässt durch seine Lebensweise auf dem Planeten solche Fußstapfen und diese können größer oder kleiner ausfallen.
Schließlich bin ich froh, mal wieder mehr Zeit mit Maria, einer langjährigen Freundin, verbracht zu haben, die ich auf dem Seminar wiedergetroffen habe und bewahre mir einen wunderschönen Spaziergang bei herrlicher Herbstsonne in der Erinnerung.
Alles in allem eine wirklich gute Woche, für die ich dankbar bin.

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Erste Durchsicht. 12. Juni 2015

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Herzlichen Dank liebe Baum-Paten!

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Rückblick Immenhort-Kurse 2015

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Regina zieht nach Halle

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Tausendfacher Tierbestand im Zoo Halle

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Labsal in trostlosen Weiten / 2014

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