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Im Jahr 2014 wurde im Zoo Halle das Bienenhaus mit einem Vierwabenschaukasten sowie attraktiven Schautafeln und Aktionsterminals rund um die Honigbiene und das Handwerk des Imkers eröffnet. Nun geht die Abteilung Umweltbildung im Zoo neue (Bienen-)Wege. Sie möchte anhand einer Dadant-Schaubeute den Zoobesuchern auch die wesensgemäße Bienenhaltung sinnenreich näher bringen. Was bot sich besser als Vorbereitung darauf an, als Leihimker zu werden?!

Für zwei Stunden im Käfig ©  mb

Am Herzen liegend / mh 31.8.15

Notgedrungene Brutpause

Im Juli ist es offensichtlich: die Anzahl der Milben steigt auf ein besorgniserregendes Niveau.
Was tun? Max erwägt, eine Brutpause einzuleiten, bleibt jedoch unentschieden; uns als Neuimker
fehlt die Erfahrung. Wir beschließen, Esperanza entscheiden zu lassen: wenn sich die Königin beim ersten Durchlauf zeigt, lassen wir sie mit einem kleinen Teil ihres Gefolges umziehen. Wenn nicht, warten wir ab.

Wir heben Wabe um Wabe – nichts. Erst auf der vorletzten Wabe zeigt sich die Königin in voller Pracht. Dann soll‘s also sein… Wir lassen sie dem lockenden Duft ihrer vorausgeeilten Töchter in eine bereitgestellte Kiste folgen, die Max mit zu sich nimmt. Das weisellose Volk verbleibt im Zoo.

In der ersten Augustwoche müssen wir dann schweren Herzens knapp ein Dutzend Weiselzellen brechen. Das Brutnest schrumpft und die Arbeiterinnen tragen bereits den Honig aus dem Honigraum zurück in die frei gewordenen Zellen des Brutraums. Wir setzen eine Flucht, um den Honigraum am nächsten Tag abnehmen und das bis dahin brutlose Volk kurz vor Rückkehr der Königin behandeln zu können.

Vorsichtig wird der Käfig in die Wabengasse gehängt

und die Rahmen wieder auf Abstand gebracht. ©  mb

Eine gute Woche später ist es dann soweit: Donnerstag, 8 Uhr, Zoo. Max kommt mit der Königin Esperanza am Herzen, um sie ihrem Volk zurückzugeben. Wird die Wiedervereinigung gelingen?

Fünf Tage später schauen wir nach – und finden Stifte! Wir sind erleichtert und glücklich: Esperanza ist dabei, ein neues Brutnest anzulegen! Erst sind wir überrascht auch Weiselzellen zu finden – doch dann wird uns klar, dass dies eine selbsterhaltende Reaktion auf unseren Eingriff ist. Schließlich müssen die Arbeiterinnen aufgrund der Erfahrungen der letzten Wochen befürchten, dass ihre neue, alte Königin der Kolonie nicht mehr zuverlässig dienen kann. Milben zählen wir 5.

Eine Woche später schauen wir erneut: Die Milbenzahl liegt bei 7. Das Brutnest ist ausgedehnt, wir sehen Stifte, Larven und erste verdeckelte Brut, Pollen und weiterhin viel Honig. Erstaunt waren wir, Drohnenzellen zu finden. Ist jetzt nicht die Zeit, in der die Drohnen aus dem Stock vertrieben werden?
Die Wiedervereinigung von Esperanza scheint gelungen – ein Grund zum Feiern!

Esperanzas Gold ©  mb

Zum ersten Mal allein / mh 25.6.15

Beim Abnehmen des Deckels finde ich Untermieter: Ameisen. Sie haben schon zahlreiche Eier gelegt und krabbeln über meine Hände und Arme. Mir fällt es schwer, beim Abstreifen ruhige Bewegungen zu machen. Da muss ich mir beim nächsten Mal was einfallen lassen. Vielleicht Abkehren? Und bedeuten Ameisen in dieser Anzahl Stress oder gar eine Bedrohung für das Volk?

Weiter geht’s: Im Honigraum duftet‘s und glitzert’s, es ist aber noch Platz. Jetzt öffne ich vorsichtig den Brutraum und freue mich über das rege Treiben. Und weiterhin welch Sanftmut! Ruhig lässt Esperanza auch die weiteren Arbeitsschritte zu. Als ich eine der Waben im Brutraum hochhebe, entdecke ich zum ersten Mal die Königin. Was für ein Moment!

Stifte, Larven, verdeckelte Brut – alles scheint in Ordnung zu sein. Langsam verändert sich das Summen. Esperanza gibt das Zeichen zum Beenden. Ich folge und schließe den Leib. Noch den Deckel wieder drauf. Fertig. Glücklich und voll Freude über mein „erstes Mal“ beobachte ich noch eine Weile die Sammlerinnen am Flugloch.

Esperanza inwendig ©  mb

Tausendfacher Tierbestand im Zoo Halle / mh 23.6.15

Am 9. Juni 2015 gegen 7:30 Uhr kommt Max im Bergzoo Halle an. Auf dem Wirtschaftshof laden wir die Beute mit Heldin Tochter auf ein Elektroauto und transportieren sie zum endgültigen Standort. Dort taufen wir sie auf den Namen „Esperanza“. Wir verbinden mit dem Namen für unser Volk die Hoffnung, dass die Bienenhaltung in Verbindung mit dem erlebnisreichen Bienenhaus eine hoffnungsvolle Zukunft im Zoo hat. Als wir am Nachmittag „unser“ Volk besuchen, fliegt sich der „Zoobien“ bereits ein.

Am nächsten Mittag herrscht reger Flugbetrieb und die Sammlerinnen kehren mit dicken gelben Pollenhöschen zurück. Sie starten schön nach oben, so dass keine Gefahr besteht, dass vorbeilaufende Besucher in die Flugbahn geraten. Es ist eine Freude, „Esperanza“ jetzt bei uns zu haben!

Immenhoch

Erste Durchsicht. 12. Juni 2015

Immenallee

Herzlichen Dank liebe Baum-Paten!

Immenhort

Ein Wochenende im Zeichen des Bien & der Schöpfung

Immenbar

Kaltbau ist cool

ZooImmen

Am Herzen liegend

Termine

Tag der offenen Imkerei 2018

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Till Heinritz *68

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Vollkommene Körbe & Rinder

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Labsal in trostlosen Weiten / 2014

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